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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
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stände; der Glanzpunkt war der Fußsteg am Abhange des steilen Ilse- felsen. Noch vor Abend langten wir in Amani an.

Amani.

Das Fremdenhaus des Biologischen Instituts wurde für uns bereit gestellt, außer mir und Dr. H e e p e wohnte auch der Landtagsabge­ordnete Dr. Arning, der bekannte Kolonialpolitiker dort; er war wie so mancher andere zum Besuch der Ausstellung ins Land gekommen; auch Herrn Henoch traf ich hier wieder. Herr Schwarze mußte nach K i j u m b a hinunterziehen, einem etwas abwärtsgelegenen sehr hübschen Häuschen, das Stuhlmann, damals Referent im Gouverne­ment und Gouverneursvertreter, bei der Einrichtung des Instituts (1902) für sich selbst gebaut hatte.

Drei Wochen blieb ich in Amani, Zeit genug, um die Umgebung dieses wundervollen Erdenfleckens näher kennen zu lernen; es liegt bei 918 Meter Seehöhe 550 Meter niedriger als Wilhelmsthal, nicht auf der eigentlichen Hochfläche des Usambaralandes, sondern auf einer Vorstufe an der Südostecke des Hauptpfeilers von Ost-Usambara. In tief ein­schneidenden Querfurchen wird Ost-Usambara gegen Westen abge­grenzt durch das Tal des Luengera und im Osten durch einen Teil des zweifach knieförmig geknickten Sigilaufes und dessen nord-südliche Zuflüsse. Der Ausblick von Amani nach Westen wird durch die Höhe des B o m o 1 e begrenzt, nach Osten aber blickt man vorüber an der Ecke des nächst niederen Waldrückens von Derema über das tief einschneidende Sigital nach dem östlichen Pfeiler des Usambaragebirges, den Magrottobergen; links davon hat sich der Unterlauf des Sigi eine tiefe Talschlucht ausgehöhlt, in blauer Ferne darüber sieht man das Meer nördlich von Tanga, rechts davon flacheres Hügelland und dahinter die Ebene, abfallend zum Meere, etwa in der Gegend von K i g o m b e ; bei günstiger Beleuchtung kann man die Brandung an den Korallenriffen draußen weit ab vom Strande und zuweilen sogar einen Segler, daran vorüberstreichend erkennen. Die Gebäude der Station sind auf schmalen Höhenrücken verteilt, zwischen denen mehr oder minder tiefe Schluch­ten voller Stromschnellen und weiter unterhalb auch mit zahlreichen größeren Wasserfällen auf kurze Entfernung hin zum Sigiflusse sich ein­senken. Nach dem Bomole zu verschmelzen die Rücken und die Schluch­ten verlieren an Schroffheit, dabei ist anstehender Fels nur wenig zu sehen. In den Pflanzungen dringt allenthalben die rote Farbe des late- ritischen Bodens hervor; auf derselben Höhe wie unser Fremdenhaus liegt die Wohnung des Direktors und ein anderes Wohnhaus. Wir stehen hier auf einer etwas vorspringenden Nase des Höhenrückens, von hier aus ist der Fernblick besonders schön und weitreichend; nach oben zu schließen sich die Arbeitshäuser des Instituts und zwei weitere Ein-