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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
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Alarm in Tanga.

Ich fuhr zunächst nach Tanga zurück, um dort den Leiter des Kaiser­lichen Biologisch-landwirtschaftlichen Instituts in Amani, Professor Zim­mermann zu treffen, dessen Einladung ich folgen wollte. Spät am Sonn­abend kam ich in Tanga an; weder am Sonntag noch am darauf folgenden Montag war es mir möglich auf der Bank Geld zu erheben, am letzteren Tage aus Gründen, die ich weiterhin schildere. Sonntag noch konnte ich ohne Störung das damals so stille Tanga durchstreifen; außer mir waren nur noch Professor Zimmermann und Dr. H e e p e vom Ham- burgischen Kolonialinstitut im Hotel zumDeutschen Kaiser; leer stan­den die Hallen, die sonst zur Zeit günstigen Kautschukhandels Stätten des üppigsten Wohllebens gewesen waren. Dr. Heepe war nach Ost­afrika gekommen, um bei Gelegenheit der Ausstellung sprachliche Un­tersuchungen vorzunehmen. Unter der Führung des Bezirksamtmannes Auracher und des Herrn Münch besichtigten wir die sehr schöne völkerkundliche Sammlung der Stadt Tanga; auch sie war für die Landes­ausstellung in Daressalam bestimmt. Man führte mich auch in die Räume des Schulhauses; der Unterricht der Eingeborenen wird in Deutsch-Ost und namentlich in Tanga mit sehr gutem Erfolge ausgebaut. Die Negerkinder sind im allgemeinen geweckt und erreichen schon in jungen Jahren einen hohen Grad von Anstelligkeit. Ich habe elfjährige Jungen im Postbureau am Telephon arbeiten sehen. An der Schule in Tanga war eine mit allen Instrumenten spielende Musikkapelle ausge­bildet worden, die von allen Seiten gerühmt wurde. Sehr willkommen war es mir, daß ich in den Gasträümen des Herrn Kanne eine liebevoll zusammengestellte Sammlung von Mineralien des Schutzgebietes sah.

Auf den friedlichen Sonntag folgte ein sehr aufregender Mon­tag, den ich nie vergessen werde; noch vor 7 Uhr ertönten Trom­petensignale, es ist Alarm! englische Kriegsschiffe in Sicht! Vom Strande aus blickt man nach einem Turme auf der Halbinsel; dort ist eine Flagge gehißt, sie bedeutet, wie ich hörte: Gefahr! Während ich mit meinem Feldglase hinsehe, wird die Flagge ge­wechselt, die deutsche Flagge wird aufgezogen; hinter der Halbinsel kommen die Masten eines Schiffes in Sicht, es fährt in den Hafen hin­ein, wendet und zieht die englische Flagge hoch! Allgemeine Auf­regung! Der Strand wimmelte von Indern und Negern. So einfach, wie ich es hier angebe, hat es sich nicht vollzogen; jeden Augenblick wurden andere Deutungen laut, man konnte nämlich die Flagge gegen die Sonne nicht deutlich erkennen. Erst als man sich klar war, bestieg der Bezirksamtmann, begleitet von dem Leiter der Bank in Tanga, ein Boot, und sie fuhren mit weißer Flagge hinaus zum englischen Kriegs­schiffe. Inzwischen hieß es für uns: Schnell zum Bahnhof! Zwei Züge sollten unmittelbar ins Land hinauffahren, ehe die Engländer landen