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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
Entstehung
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Absicht hatte die Landessprache: Suaheli zu lernen, lag mir viel daran einen deutsch sprechenden, einheimischen Burschen aufzutreiben. Ich wurde zwar von allen Seiten gewarnt; die deutsch redenden wären die schlimmsten. Herr Helfferich, Spediteur in Daressalam, überließ mir seinen schwarzen Gehilfen Tabu. Dieser war in Berlin im orientali­schen Seminar als Sprachgehilfe tätig gewesen, hatte Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg im Sudan begleitet, sprach leidlich Deutsch und erwies sich später als ein besonnener und verständiger Mensch, mit dem ich wohl zufrieden war; er sollte Führer und Dolmetscher sein.

Tanga.

Am 22. Juli verließ ich mit demKronprinz Daressalam und kam am selben Tage über Sansibar nach Tanga. Ein neuer Fahrgast, Stabsarzt Mohn hatte sich eingefunden; er wollte Heimatsurlaub an- treten. Er ist nicht weit gekommen, nach drei Monaten traf ich ihn in L i n d i wieder. Unterkommen fand ich imDeutschen Kaiser. An äußeren Annehmlichkeiten war der Aufenthalt daselbst nicht zu ver­gleichen mit dem imKaiserhof in Daressalam; aber der Ruheplatz vor den Häusern unter Palmen und einem prächtigen Mangobaume, unmittel­bar vor dem Abhange, der sich zum Strande hinunterzieht, hatte einen ganz besonderen Reiz; im flachen Vorlande unten am Strande war eine Fischverkaufsstelle, davor lagen die zahlreichen Boote der eingeborenen Fischer und jenseits der ruhigen blauen Meeresbucht begrenzte die dicht grünbelaubte Toteninsel das Bild. Sehr gründlich und umständlich war die Zolluntersuchung meines Gepäcks. Große Schwierigkeiten machte mir mein Browning, den mir der Zollbeamte durchaus zurückzulassen anriet.* Fünf Tage dauerte mein Aufenthalt in Tanga; es wurden noch einige schwarze Burschen geheuert, die Ausrüstung der Expedition vervollständigt, und eine Summe Geldes in Nickel eingewechselt. Meine Schwarzen drängten um Kleidung und Decken, Tabu und J u m b e wollten auch Schuhe haben. Meine Freunde versicherten mir, daß der­artige Anschaffungen bei Antritt einer Reise durchaus üblich wären. Jumbe fühlte sich aber in seiner leichten landesüblichen Kleidung viel wohler, als in dem knappen Khakianzuge; die Lederschuhe trug er meistens in den Händen. Bei unserer Eisenbahnfahrt nach dem Innern hatte er den neuen Anzug wieder abgelegt und erschien in seinem alten weiten Gewände mit einer eigentümlichen Begründung, die mir Tabu mit verschmitztem Lächeln auseinandersetzte. In Tanga selbst besuchte ich den Bezirksamtmann Auracher, den ich als hühnenhaften Kolo­nialstudenten vom Jahre 1910 noch wohl in Erinnerung hatte.

Auch brachte man mir allerhand Nachrichten von auffälligen und wichtigen mineralischen Funden; ich hörte etwas von Rohöl. Viel wurde mir erzählt von dem Goldfieber, das vor einigen Jahren in Tanga aus-