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gemeinschaft, einer Gemeinschaft, die über die staatlichen Grenzpfähle hin- ausgreift und gerade durch diesen Krieg auf das herrlichste bewährt worden ist.
In Annaberg oben in den Karpathen sorgt ein deutscher Bauer trotz seiner zehn Kinder in rührender Weise für die sechzehn bei ihm einquartierten deutschen Artilleristen. Aus Einsingen schreibt ein Vivisionspfarrer seiner Frau am Rhein von der Not der durch die Russen ausgeplünderten Deutschen und bittet sie, im Kreise der Bekannten für sie zu sammeln. Man brachte den Soldaten Milch, Butter, Eier — soweit noch solche Schätze vorhanden waren. Bezahlung wurde abgelehnt, trotzdem die Soldaten drängten: „In den Karpathen hätten wir gern viel Geld bezahlt, wenn wir was fürs Geld bekommen hätten, und nun wir was bekommen können, wollt ihr kein Geld nehmen." Sie erhielten aber die richtige Antwort: „Mußten wir so viele Monate lang den Russen umsonst zu essen geben, sollten wir da nicht auch aus Freude geben dürfen?"
Line amtliche Bestätigung hat dies freundliche Verhältnis durch General von Cmmich erhalten. Dieser war mit seinem Stäbe in Reichau einige Tage einquartiert. Bei seinem Einzug war er mit Blumengewinden und Ehrenpforten empfangen worden. Nach seinem Abzug erhielt der Pfarrer des Dorfes folgendes Schreiben, das nun zum ewigen Andenken mit Stolz in der Gemeinde aufbewahrt wird:
Herrn Pfarrer Johann Labsik, Reichau! Euer hochwürden übersende ich beifolgend den Betrag von 370 Mark, gesammelt im Stäbe des Generalkommandos lO. Armeekorps, und bitte Sie, darüber zu verfügen zugunsten der deutschen Gemeinde Reichau. Die Gabe soll allen Reichauern zeigen, wie wohl ich und mein Stab uns hier gefühlt haben. Möge Reichau weiter deutsche Art und Treue pflegen! Möge es weiterhin verschont bleiben von den Schrecken des Krieges. Gez. von Lmmich, General der Infanterie und Kommandierender General."
Die Bedeutung Galiziens in militärischer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht ist jetzt auch dem blödesten Auge klar geworden. Gleichzeitig ist aber auch die Bedeutung des Deutschtums gerade in den Grenzlanden den genauen Kennern der Verhältnisse auf das Schlagendste erwiesen worden. Gerade diese Zeit der Not hat in überraschender Meise die tiefe Liebe der deutschen Kolonisten zu der von den vätern urbar gemachten Scholle offenbart.
Die Zukuntt Galiziens ist dunkel, wir können nicht in die Zukunft sehen. Aber eins wissen wir: Galizien und die Bukowina können ihre Deutschen nicht entbehren — jetzt weniger denn je —, und wo so viel deutsches Blut geflossen ist, da kann, da darf das Deutschtum nicht verloren gehen. An dem nun beginnenden Aufbau des — äußeren und inneren — Deutschtum? in den Karpathenländern mitzuarbeiten, ist eine herrliche und dankbare Auf- gab-, L-- Sch-°°ib°s der Ld-lst-n wert. Nach 5-ust, Pastor in c-ipzig.
11. Deutsche Kulturarbeit in Bosnien und Herzegowina.
Die österreichische Besitzergreifung im Jahre 1878 löste Bosnien und Herzegowina vollständig von der Türkei. Die neue Verwaltung sah sich großen und schweren Aufgaben gegenüber. Gab es doch nirgends eine Eisenbahn, kaum eine Straße. Im ganzen Land waren fünf Arzte! Das Land wurde dem k. u. k. Reichsfinanzminister in Wien unterstellt, neben dem als