c-Lr-24 r-Lrr nsrr l-Lrr nsr-
Krieg bekannten Maria Theresia und unter Josef H. kamen bessere Zeiten für das Deutschtum. Josef II. führte das Deutsche als Staatssprache für alle österreichischen Länder ein. Die Fürstin Maria Theresia schuf den einheitlich geleiteten österreichischen Staat, die sogenannte „Böhmische Hofkanzlei" wurde mit der österreichischen verbunden. Als wichtigstes Bindemittel erschien der klugen Kaiserin die deutsche Sprache (s. a. Geschichtliches über Österreich). Nach der Zeit der deutschen Befreiungskriege 1813—15 erstarrte unter dem Minister Metternich das deutsch-völkische Leben. Das 19. Jahrhundert brachte erbitterte Kämpfe in Böhmen und Mähren zwischen Deutschen und Tschechen, die durch das Jahr 1848 (Slawenkongreß in Prag) eingeleitet wurden (Ausführlicheres s. Linhart, Deutsche Geschichte 5. 382ff., 5. Auflage). Noch vor dem Kriege bemerkte jeder Deutsche beim wandern durch Böhmen, Mähren und Schlesien, wie erbittert der Kampf wütete. Nun hat der Weltkrieg zwei wichtige Erfahrungen uns gebracht: Die Nichtigkeit des Bismarckschen Wortes, daß dem Kaiser Franz Josef alle Völker folgen, wenn er auf das Pferd steigt, ist eindrucksvoll offenbar geworden. Tschechen kämpften Schulter an Schulter mit den Deutschen gegen Nüssen. Andrerseits haben die Ereignisse klar gemacht, wieviel Österreich seinen deutschen Bürgern verdankt und wie falsch die versuche in der Vergangenheit waren, die deutsche Sprache im amtlichen Verkehr einzuschränken. Nun aber vollzieht sich ein Wandel zum Bessern, hoffen wir, daß das kommende Mitteleuropa Verständigung bringt zwischen Deutschen und Tschechen! Nach hasse, Deutsche Politik und Geiser, Deutsches Reich und Volk.
7. Durch Deutsch-Vöhmen.
Als Wahrzeichen der durch Jahrhunderte währenden friedlichen Völkerwanderung der Deutschen nach Böhmen sehen wir heute dieses Land längs des Niesen- und Erzgebirges an den Ausläufern des Fichtelgebirges und den Böhmerwald entlang umsäumt von einem breiten Gürtel deutschen Sprachgebietes. Der Segen dieser Völkerwanderung für Böhmen ist aber an der vergleichsweise hohen Entwicklung dieses deutschen Sprachgebietes in Böhmen zu erkennen. Zumeist sind es rauhe, an und für sich wenig fruchtbare Gegenden, die es umfaßt, und sowohl in den Hochtälern des Niesen- und Erzgebirges wie des Böhmerwaldes ist den Bewohnern harte Arbeit auferlegt, um dem Boden die notdürftigste Nahrung abzugewinnen. Da mußte der Gewerbefleiß des Menschen hereinzubringen trachten, was die Natur versagt. So kam an den Abhängen des Niesengebirges die Tucherzeugung, die Weberei und Spinnerei und die Glasgewerkschaft und im Böhmerwalde die holz- und Glaswaren- verfertigung in Blüte. Hauptorte der Webindustrie sind warnsdorf (früher das größte Dorf Österreichs), ebenso Numburg und Reichenberg, das unter allen Städten Böhmens die dritte Stelle, unter den deutschen Städten die erste Stelle einnimmt. Im Erzgebirge war durch lange Zeit die armselige Spitzenklöppelei der verbreitetste Gewerbezweig, bis in der neueren Zeit die porzellanwarengewerkschaft, die Spinnerei, die Spielwaren- und Musik- geräteerzeugung dort einen Aufschwung nahm und an den Abhängen dieses langgestreckten Gebirgszuges der Kohlenbergbau zu einer ungeahnten Ausdehnung anwuchs. Die zahlreichen und heilkräftigen Mineralquellen des Erz- und Fichtelgebirges wurden zu einer (yuelle des Wohlstandes für die betreffenden Gegenden. Und dort, wo der Boden minder ungünstig war, wurde