Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1916) Österreich-Ungarn, Balkan, Orient
Entstehung
Seite
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Is Röckerl grau und grün, im Knopf a Neuna drin, am Huat thoan Federn sein, so is da Jaga fein.

Bin von der Steirer Hald'n, wo's d' schönen Vuama ghalt'n, bin a Jaga fein, von Nummer Neun!

I muaß jetzt fort von z'Haus, ins Wälschland weit hinaus, mir war is Herz so schwer, hiazt awa nimmer mehr; bin ja a frischa Bua, a Iaga a dazua, a fescha oberdrein von Nummer Neun!

Möge ein freundliches Geschick der grünen Steiermark ihr musikalisches Kleinod, das Volkslied, stets erhalten und mögen helle Jodler und frische Tanzlieder noch nach tausend Jahren erklingen aus Berg und Tal!

Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild.

6. Die deutsche Befiederung Böhmens» Mährens und Schlesiens.

Zu der Zeit, da im alten Germanien die ältesten Ansiedler zu den alten germanischen Göttern beteten, wohnte auch in Böhmen und Mähren ein deutscher Stamm. Lr wurde von dem Ansturm der Slawen in die Rand­gebirge getrieben, bewahrte sich dort deutsches Wesen. Der slawische Stamm, die Tschechen, besiedelte nur die fruchtbaren Niederungen an der Elbe, Moldau und Lger. Reste deutscher Ureinwohner Böhmens überlebten die Völkerwande­rung, die Deutschböhmen sind also in der Masse nicht germanisierte Slawen. Unter Karl dem Großen wurden Böhmen und Mähren dem Deutschen Reiche tributpflichtig, auch zogen zahlreiche Einwanderer ins Land.

Line große Berührung mit der deutschen Kultur fand erst um 1200 statt, man könnte sieBerufungskolonisation" nennen. Deutsche Bauern wurden von Fürsten und Grundherren gerufen, nicht weil sie Deutsche waren, sondern mit Rücksicht auf ihre höhere landwirtschaftliche und städtische Bildung. Be­freit von allen Frondiensten besiedelten sie das Land. Die Herzöge, die Mitte 1200 den Königstitel annahmen, besonders die Przempsliden (Festung prze- mpsl) Gttokar I. und ll., riefen solche deutsche Kolonisten ins Land. Infolge des Aufblühens des Silberbergbaues, der namentlich Bergleute anlockte, ent­standen blühende deutsche ländliche Siedlungen und über zwanzig Städte, wie Pilsen, Budweis, Deutschbrod, Leitmeritz, Brüx, Aussig, Iglau, (vlmütz, Brünn. Leider gelang die Eindeutschung Böhmens und Mährens nicht so, daß die Hauptmacht deutsch war. Sonst wären Böhmen und Mähren große deutsche Länder geworden, über die Dttokar II. regierte, der im Kampfe mit dem deutschen Kaiser Rudolf von Habsburg fiel, als er im Begriff war, sich eine hervorragende Machtstellung im deutschen Dsten zu schaffen.

Noch in größerer Masse zog deutsche Ansiedler der deutsche Kaiser Karl IV., Böhmens Vater, ins Land. Er begünstigte die Deutschen,- Handel, Bergbau, Kunsthandwerk entwickelten sich rasch. Die Hauptstadt Prag nahm einen stolzen Aufschwung, sie wurde mit prächtigen Bauten geschmückt, die noch heute von der großen deutschen Vergangenheit der jetzt vertschechtsten Stadt Zeugnis ablegen. Prag erhielt eine Universität, die erste und älteste auf deutschem Reichsboden (nach Linhart). Deutsche Baumeister schufen Kirchen, Burgen und Brücken, welche noch heute unsere Bewunderung erregen. So