Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

r

If*'& j : i ,

iv ! ;: '< ; !

' i i','; ! !

111. Die Land- und Süßwasser-Fauna.

Die wichtigsten Säugetierformen des Deutsch-ostafri­kanischen Küstengebietes und der vorgelagerten Inseln. * 1

I n den größeren Alluvialwaldungen des Küstengebietes, wie beispiels­weise am Rufiji, ist der Weißschu 1 ter - Seidenaffe (Colobus, palliatus) nicht selten zu beobachten. Dieser prächtige Affe ist schwarz mit weißer Stirnbinde, weißem Bart, weißer Schultermähne und weißer Schwanzquaste. Eine Mähne fehlt dem bisher nur aus dem Buschwald­gebiete des südöstlichen Sansibar bekannten Colobus Kirki. Der häufigste Affe des Küstengebietes und bisher nur aus diesem bekannt ist die Grüne Meerkatze (Cercopithecus albigularis, Fig. 17), der Kima der Eingeborenen. Er durchstreift in kleinen, von einem großen Tiere ge­führten Familien die Uferwaldungen und Buschformationen und wird auch den angrenzenden Pflanzungen der Eingeborenen schädlich. Viel seltener ist im Kulturgebiete die Tumbili-Meerkatze (C. pygerythrus), die sich leicht an die Gefangenschaft gewöhnt und daher häufig expor­tiert wird.

Der Pavian (Papio toth) ist der Affe der offeneren Busch- und Baumsteppe, wie des Steppenwaldes des Küstengebietes, wo er in kleinen Trupps unter Führung eines mächtigen Kerles auf dem Boden und in niedrigen Bäumen herumstrolcht. Sie bellen laut wie Hunde, nur etwas heiser und scheinen sich kaum vor dem Menschen zu fürchten. Der Pavian des südlichen Küstengebietes stellt eine besondere Form dar: Papio ochracus. Er geht nach Grote (a. a. O.), wahrscheinlich Weichtiere suchend, an den Meeresstrand hinab.

Zu den auffallendsten und häufigsten Säugern des Küstenlandes gehören die Nachtaffen (Halbaffen, Makis). Der hellgraue Ohren-Maki (Galago Kirki) und der braune (Galago crassicaudatus; incl. Galago agisymbanus, Taf. 18) sind die gewöhnlichen von den Eingeborenen Komba genannten Arten. Sie lassen die ganze Nacht hindurch überall in den Schamben der Eingeborenen ihre laute Stimme ertönen: ä ä ä ä, ä ä ä ä. Der Ohrenmaki ist Allesfresser und ein gefährlicher Blutsauger;

1 Vgl.: P. Matschie: Die Säugetiere Deutsch-Ostafrikas. Berlin 1895. Derselbe: Aus der Säugetierwelt der mittleren Hochländer Deutsch-Ostafrikas, ln C. W. Werther: Die mittleren Hochländer des nördlichen Deutsch-Ostafrika. Berlin 1898. H. Grote: Kurze biologische Notizen über einige Säuger und Reptilien Ostafrikas. Zoologischer Beobachter, Zeitschrift für Beobachtung, Pflege und Zucht der Tiere. Lll 11/1-2 (1911).

1 . Vosseier: Aus dem Leben ostafrikanischer Säuger. Zoologischer Beobachter. XLV 1 U, 1907. S. 164, 193, 225.

P. Matschie: Zoologie: ln Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896. Berlin 1897. S. 270 ff.

r:

l! '.T :.

198