Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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Neben den Steinkorallen kommt verschiedenen Formen von Kalkalgen, namentlich Halimeda, eine nicht unerhebliche Rolle auf dem Riff zu. Selbstverständlich belebt auch eine große Anzahl von Schnecken und Zweischalern, unter denen ich nur die Riesenmuschel, Tridacna gigas, hervorheben will, ferner Seesterne, verschiedene Schwammarten u. a. den bunten Korallenpark.

Über das Tierleben der stets vom tiefen Wasser bedeckt bleibenden Teile des äußeren, oft sehr steilen Riffabfalles ist kaum Näheres bekannt. Dagegen konnte A. Voeltzkow unter besonderen günstigen Umständen einen Einblick in das Leben am Grunde der Lagune gewinnen, die das Wallriff auf der Westseite Pembas von der Hauptinsel trennt . 1 Der Boden der Lagune ist von wechselnder Tiefe, stets aber auch bei Ebbe noch von einigen Faden Wasser bedeckt. Er besteht anscheinend ganz aus Fels, ist jedoch mit einer dünnen Lage von Sand beschüttet. Diese weißen Sandflächen sind spärlich mit bündelweise stehenden Seegräsern be­wachsen oder mit einer trichterförmigen Hornkoralle besetzt; da­zwischen stehen einzeln Steinkorallen von massiger Form sowie auch geweihförmige, ferner Madreporen, u. a. Madrepora palifera. An anderen Stellen wachsen dichte, bis 2 m Durchmesser erreichende Gruppen von ebensolcher Höhe, die fast ganz aus massigen Formen zu­sammengesetzt sind. Dann sieht man häufig große Fungien und dicke Holothurien, vereinzelt auch eine große Riesenmuschel (Tri­dacna) auf dem weißen Sande.

Schaltiere.

ln den ostafrikanischen Küstengewässern sind auch die Perlmuscheln, Meleagrina margaritifera und verwandte Arten, nicht selten; besonders kommen sie auf den Bänken im Mafia-Kanal viel vor . 2 Ihre Qualität scheint nicht besonders zu sein, so daß die Ausbeutung und Ausfuhr kaum lohnend ist. Ebenfalls auf den Bänken des Mafia-Kanals findet sich massenhaft ein anderes Schaltier, die afrikanische Kauri-Schnecke (Cypraea annulus), die eine Zeitlang ein wichtiger Handelsartikel war, da sie den Westafri- kanern als Schmuck und Geld diente. Heute werden aber nur noch ge­ringe Mengen davon aus diesem Gebiete exportiert. Verschiedene andere Conchylien werden ebenfalls in bescheidenem Umfange von der ost­afrikanischen Küste und besonders von Sansibar ausgeführt. Es seien hiervon genannt: Tigerschnecke (Cypraea tigris), Arabische Por-

1 A. Voeltzkow: Untersuchung der Riffe und Inseln des westlichen Indischen Ozeans. Ztschr.

d. Ges. f. Erdkunde Berlin 1903, S. 585 ff.

2 Stuhlmann: Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika. Berlin 1909, S. 801.

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