fallende Gestalten zu erwähnen, so sind der Kofferfisch (Ostracion) und der Igelfisch (Diodon) höchst eigenartige, jedem Laien bekannte Formen.
Meersäuger und -Reptilien.
An die Fische schließen sich in ihrer Lebensweise die fischförmigen Meeressäugetiere an: Der Cachelot oder Potwal (Physeter macrocephalus), der 58 — 72 Fuß lang wird, wurde früher in den ostafrikanischen Gewässern wegen des in seinem Kopfe vorhandenen Fettes gejagt. Während Burton noch 1857 ein totes Tier im Flafen von Sansibar sah, scheinen jedoch jetzt keine Walfischfänger mehr an die ostafrikanische Küste zu kommen . 1 Einen Delphin (Delphinus spec.) sah ich selbst gelegentlich in der Nähe von Dares-salam gestrandet. Nicht selten ist an der deutsch-ostafrikanischen Küste die zu den sogenannten Sirenen gehörende Seekuh (Halicore dugong), welche die Tangwiesen abgrast und gern von den Negern gefangen und verzehrt wird. Das Tier hat einen abgestutzten Kopf mit eigenartiger Bezahnung und einen spindelförmigen,fast nackten, mit horizontal gerichteter, halbmondförmiger Schwanzflosse endenden Körper; die Vordergliedmaßen sind in Flossen umgewandelt. Das Tier ist bei Tanga, Bagamoyo, Mafia und Kilwa beobachtet worden und dürfte daher wohl an der ganzen Küste verbreitet sein.
Nicht unerwähnt dürfen wir hier auch die großen Meeresschildkröten lassen, von denen die häufigere Art, Chelone mydas, nur unbrauchbare dünne Rückenschildplatten trägt, während die andere, Ch. imbricata, die Carettschildkröte, das geschätzte, dicke Schildpatt liefert. Die Seeschildkröten kommen zu gewissen Zeiten zur Eiablage an das Land; am sandigen Strande der kleinen Inseln des Mafia-Kanales sind nach Stuhlmann 2 zuweilen die Eier in großer Zahl zu finden.
Riffkorallen.
Von den festgewachsenen Tieren des Meeres nehmen die Korallentiere in allen wärmeren tropischen Meeren die erste Rolle ein, wo sie in zahlreichen Individuen und Arten vergesellschaftet die sogenannten Korallenriffe bilden. Das Leben auf solchen „Riffen“ gehört zu dem Interessantesten, was die tropischen Küsten zu bieten vermögen.
Auch die Küste des ostafrikanischen Festlandes und der Inseln wird von einem vielfach unterbrochenen Saum lebender Korallenriffe, d. h. mit lebenden Korallentieren bewachsener Riffe, eingefaßt. Von wechselnder
1 Stuhlmann: Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika.
2 a. a. O. S. 779-781.