ben die schmalen Kanäle zwischen dem Festland und den Inseln keine Ausbreitungsschranken. Schließlich ist nicht zu vergessen, daß die Inseln, zumal Sansibar und Pemba, in ihren Hügelländern alte Landkerne besitzen, die mit dem älteren Diluvium, als die Inseln in vollem Zusammenhänge mit dem Festlande sich befanden, sicher nicht mehr unter den Wasserspiegel gesenkt wurden und daher einen Bestand von Waldtieren ständig beherbergen konnten.
Beziehungen der Fauna der deutsch-ostafrikanischen Küste zu den Nachbargebieten.
Die Fauna des deutsch-ostafrikanischen Küstengebietes ähnelt in ihrer spezifischen Zusammensetzung sehr derjenigen des vom Zambese und seinen Zuflüssen beherrschten Gebietes . 1 Nach Matschie 2 sind z. B. folgende Säugerarten unseres Gebietes auch am Zambese gefunden worden:
Colobus palliatus, Cercopithecus albigularis, Otogale crassicaudata, Otogale Kirki, Galago galago, Xantharpyia collaris, Sciurus cepapi, Sciurus congicus, Sciurus mutabilis, Sciurus palliatus, Dondromys puinilio, Mus dolichurus, Mus natalensis, Mus minimus, Genetta felina, Bdeogale puisa, Tragelaphus roualeyni, Cobus ellipsiprymnus.
Dagegen ist eine große Zahl von Säugetieren unseres Gebietes aus dem weiteren Binnenlande Deutsch-Ostafrikas bisher noch nicht nachgewiesen worden. So z. B. die Kima-Meerkatze (Cercopithecus albigularis), der Weißschulterseidenaffe (Colobus palliatus), der Sansibar- Seidenaffe (C. Kirki), der Küstenpavian (Papio toth), der graue Ohrenmaki (Otogale kirki), der braune Ohrenmaki (O. crassicaudatus; incl. agisymbanus), das Rost-Eichhörnchen (Sciurus mutabilis), das Zügelstrich- Eichhörnchen (Sc. congicus), der Wasserbock (Cobus ellipsiprymnus). Andererseits treten im Innern wieder viele Arten auf, die auf dem Küstengebiete nicht bekannt sind.
ln dem feuchteren Küstenstriche sind auch die Landschnecken am reichsten vertreten.
Wie weit sich ein Einfluß der Tierwelt der Somaliländer auf die deutsch-ostafrikanische Küstenfauna geltend macht, bedarf für die einzelnen Tierklassen noch näherer Feststellungen; doch ist ein solcher wenigstens nördlich des Pangani wohl immer vorhanden. Hier überwiegen z. B. nach Matschie unter den Säugern Gattungen des nordöstlichen
1 Deutsch-Ostafrika, Band IV. Wirbellose Tiere. Nachwort.
2 Aus der Säugetierwelt der mittleren Hochländer Deutsch-Ostafrikas, ln: C. W. Werther:
Die mittleren Hochländer des nördlichen Deutsch-Ostafrikas. Berlin 1898. S. 209.
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