ungraziöse Pavian und die ebenso eckig-grotesken Nashornvögel (Fig. 22) sind zwei bezeichnende Tierformen des lichten Buschwaldes und der Baumgrassteppe.
EntwicklungsgeschichtederFaunadesdeutsch- ostafrikanischen Küstengebietes.
Was die Herkunft der ostafrikanischen Tierwelt betrifft, so nehmen Huxley, Wallace und andere an, daß im jüngsten Tertiär die meisten der charakteristischen afrikanischen Säuger: Affen, Klippschliefer, Elefanten, Zebras, Nashörner, Flußpferde, Schweine, Giraffen und Antilopen usw. ebenso wie die großen Steppenvögel und andere aus Asien, Europa und Nordafrika in die heutige afrikanische Steppenregion eingewandert seien und sich dort teilweise zu neuen Formen und Formenkreisen entwickelt hätten, während schon früher auf einer Landbrücke von Madagaskar her Vertreter anderer Gruppen wie Halbaffen, Insektivoren, Zi- bethkatzen, Erdferkel nach Afrika eingewandert seien . 1 Dahingegen sieht die Osbornesche Hypothese im aethiopischen Afrika ein selbständiges Entwicklungszentrum, von dem aus eine Ausbreitung nach Norden erfolgte. Etwas Bestimmtes können wir jedoch nur mit einiger Sicherheit über wenige Gruppen von Tieren aussagen. Wir wissen, daß die afrikanische Säugerfauna, die heute noch die reichste und mannigfachste der Erde ist, einst über ihr gegenwärtiges Verbreitungsgebiet südlich der Sahara weit hinausreichte. Der wahrscheinliche Vorläufer der heutigen afrikanischen Elefanten wurde nach Stromer 2 im jüngsten Tertiär Ostindiens, er selbst aber fossil im Diluvium Nordafrikas und vielleicht auch Siziliens und Spaniens gefunden. Nach Pohlig 3 ist der im jüngeren Diluvium in Europa südwärts der Alpen vorkommende Elephas priscus »der unmittelbare Ahne und eine geologisch ältere Naturrasse des heutigen Afrikaners.« Die echten Elefanten überhaupt scheinen im Jungtertiär in Südasien sich aus den primitiveren Rüsseltieren entwickelt zu haben. Zweifellos wohl kam der afrikanische Elefant während des altägyptischen Reiches noch im Gebiete des unteren Nil und zur römischen Kaiserzeit noch in den Atlasländern vor. Die Klippdachse, jetzt auf Afrika und Palästina beschränkt, kamen im jüngsten Tertiär bis Samos vor.
Die Unpaarhufer (nashorn- und pferdeartige Tiere) sind vermutlich erst
1 A. R. Wallace, Die geographische Verbreitung der Tiere. Deutsch von A. W. Meyer.
Dresden 1876. Bd. 11 S. 295-365.
2 Die einstige Verbreitung afrikanischer Säugetiere. Naturwissenschaftliche Wochenschrift.
Neue Folge. Bd. X, S. 814 — 816.
3 Pohlig: Eiszeit und Urgeschichte, Leipzig 1907. S. 121.
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