Sansibar übertroffen wird. Hier zeigt die Ablagerung von Riff kalk überhaupt eine enorme Ausbildung. Fast zwei Drittel der Oberfläche der Insel wird von Korallenkalk gebildet, und der ganze Osten und Süden Sansibars stellt ein unwegsames Korallenkalkland dar. An der Westküste dagegen ist der Riffkalk nur wenig entwickelt.
Wenn auch weit weniger als auf Sansibar, so ist doch immer noch in erheblicherem Maße als an den meisten Stellen der Festlandsküste Korallenkalk auch am Aufbau der Inseln Mafia und Pemba beteiligt. Endlich bestehen auch die vielen kleinen Inseln, die sich in der Nähe der Küste oder der drei genannten großen Inseln befinden, vorwiegend aus Riffgestein; so bei Tanga: Kwale und Yambe, bei Daressalam: Mbudya, Bongoyo, Kendua, Makatombe, Kimbumbuu und die beiden Ssinda-lnseln; nördlich der Rufiji-Mün- dung: das südliche Kwale und Koma, dann weiter im Süden Songo- Songo u. a.; bei Mafia: jibondo, Juani und Miewi; bei Sansibar, namentlich Pungume, Kwale und Chumbe im Südwesten, Baue, Changuu, Kebandiko und Chapuani vor der Reede von Sansibar gelegen, sowie Tumbatu und Puopo im Norden. Bei Pemba seien erwähnt: Missale,Wikunguni, Kashani,Kokota,Uwinje, Fundu und Njao, welche zusammen eine der Hauptinsel im Westen vorgelagerte Inselreihe bilden.
Betreffs des geologischen Alters der gehobenen Riffe sei nochmals wiederholt, daß die in unmittelbarer Küstennähe anstehenden sämtlich eine noch lebende Fauna einschließen, ihre Bildung mithin in die jüngste geologische Vergangenheit fällt.
Der Untergrund der Riffablagerung.
Nach Kenntnis der Formen und Verbreitung der mit lebenden Korallenstöcken besiedelten Riffe (s. Kap. Tierwelt) sowie der gehobenen fossilen Riffkalkmassen ist zunächst die Frage nach der Beschaffenheit des Untergrundes der Korallenriffe für die Riffbildung und damit für die Genese der ostafrikanischen Küstenformen von Wichtigkeit. Es ist wiederholt von Forschern hervorgehoben worden, daß die Korallen sich mit Vorliebe auf felsigem Boden ansiedeln und darum Korallenstöcke sich nur auf einer festen Gesteinsunterlage zu bilden vermöchten. Tatsache ist jedoch, daß eine Reihe von Arten der Steinkorallen sehr gut auf lockerem Sandboden wachsen und gedeihen können, ln solchen Fällen mag eine Muschel- oder Schneckenschale, ein abgestorbenes Korallenbruchstück, ein Steinchen oder dergleichen den ersten Ansatz ermöglicht haben, so daß schließlich der erwachsene Korallenstock scheinbar im Sande liegt.