Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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des älteren Untergrundes durch die Mikindaniablagerungen bei näherer Untersuchung sich als noch häufiger erweisen, als sie uns heute bekannt sind. Sie stellen jedenfalls eine charakteristische, je nach der Härte und sonstigen Beschaffenheit der die ältere Unterlage zusammensetzenden Gesteine variierende Oberflächenform innerhalb des Bereiches der äl­teren pluvialen Ablagerungen in der Nähe der Küste dar.

An sich bilden diese letzteren Schichten, wie schon eingangs hervorge­hoben, heute in der Landschaft ein sanftes, welliges bis leicht kuppiges Hügelgelände (Taf. 7), das sich gegen die Terassenlandschaft der un­mittelbaren Küstenzone scharf, oft fast schroff, absetzt (vergl. Taf. 11) und im charakteristischen Gegensatz zu letzterer durch ein reich entwickeltes Talsystem stark zerschnitten und vielfach in einzelne mehr oder weniger isolierte Hügelkomplexe zerlegt ist. Wenn auch nicht selten plateauartig abgeflachte Formen noch vorherrschen, wie u. a. die höchsten Erhebungen in der Mitte der Landschaft Usaramo und vielfach die Vorstufen des Kreide­plateaus im südlichsten Küstenstrich, so tragen doch auch andererseits häufig genug die Hügelrücken einen so kuppigen Charakter, daß man sie etwa mit den Formen einer heimischen diluvialen Moränenlandschaft ver­gleichen möchte. Daß die kleinen Seen und Sumpfbecken, deren Ent­stehungsweise wir oben verständlich zu machen versucht haben, diesen Eindruck noch zu erhöhen imstande sind, ist klar.

Erdpyramiden.

Wie die Korallenkalke des ostafrikanischen Küstengebietes in den Höhlen und sonstigen Karsterscheinungen ihre spezifischen Kleinformen besitzen, so haben auch die pluvialen Gneisschotter des Alt­quartärs in Ostafrika ihre charakteristischen Spezialformen. Erd- pyramiden in mehr oder weniger vollkommener Ausbildung sind fast überall anzutreffen, wo die zähen, lehmig-sandigen Mikindanischichten in steileren Böschungen zutage treten; so z. B. auch an den Ufern des inneren Teiles der Daressalamer Hafenbucht. Lange bekannt sind sie von der Insel Sansibar, wo sie in schönen Ausbildungen an verschiedenen Örtlichkeiten auftreten. Wiederholt abgebildet (Siehe Hans Meyer: Kilimandjaro; Born­hardt: Geologie und Oberflächengestaltung) sind sie aus einer in die Mbuenibai, südlich der Stadt Sansibar, mündenden Quellschlucht (Taf.6, oben). Am großartigsten entwickelt ist das Phänomen jedoch bei der Lokali­tät M ag e n g e n i, an der Westabdachung des Mazinginihöhenrückens. Dieser fällt hier nach der Seeseite in einigen Quellschluchten turmhoch fast senkrecht ab. Nur auf großem Umwege, schließlich der dichten Sumpf­vegetation wegen das sandige Bett des schnell fließenden Baches be-

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