Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
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VU. Spezielle Oberflächenformen im Bereiche der küstennahen Mikindanischichten. Durchragungskuppen.

D ie lehmigen Gneisschotter der Mikindanistufe liegen viel­fach nur als relativ dünne Decke älteren Bildungen auf und verhalten sich dann zu diesen wie eineTerassendecke zum Terassensockel. So scheint es z. B. am Mbenkuru der Fall zu sein, wo die Saurierschichten der Kreideformation die Unterlage des größtenteils weggeräumten Schotter­niveaus (Tendagurukuppe etc.) bilden. Die Vorstufe des Makonde- plateaus besteht nach Bornhardts Untersuchungen vorwiegend aus tertiären Ablagerungen, welchen die Mikindanischichten nur in dünner, vielfach unterbrochener Decke aufliegen. Namentlich sind es mehrfach kleinere, markant über die Umgebung aufragende Kuppen oder Hügel­züge, in denen die älteren, in diesem Falle tertiären Gesteine durch die Mikindanigneisschotter durchstoßen. So der Nundi- (167 m) und der Mdyoho-Hügel (285 m) bei Mikindani, die Hügelrücken, nördlich und südlich der Lindibucht mit den Kuppen des Nyanda- und Nuni (218 m), sowie des Kitulo (bis 292 m); desgleichen zu beiden Seiten des in die Mchinga-Bai fließenden Nangaru die Kuppen des Ngungu, Kumbi, Kitumburu und Namayanga 1 und etwas weiter nördlich die Dimbaberge, usw. Alle diese Durchragungen werden aus tertiären Tonen mit Kalklagen gebildet.

Nördlich von Kilwa hören die Tertiärvorkommen des Küstengebietes und die beschriebenen charakteristischen Durchragungskuppen auf. Sie finden sich jedoch mit dem Auftreten tertiärer Ablagerungen auf der Insel Sansibar wieder. Hier sind es fossilführende Kalksandsteine, die infolge ihrer härteren Beschaffenheit den Kinunduni- und den Mkokotonihügel (80 m) gegenüber den sanft gerundeten Hügelreihen ihrer Umgebung (Mikindanischotterlehme) durch schroffere, steilere Formen auszeichnen. Andererseits ragen auf Sansibar auch die harten, als tertiäre erachteten Kalke in der Form einzelner steiler Felsklötze (H ata j w a im Süden, Kijini und andere im Norden) oder Hügelreihen (Kidoti-, Kiunguli-, Uemba-Hügel u. a. auf dem Nordhorn) über die obere (40 50 m) Strandterasse auf.

Auch die Gesteine der älteren Formationen bilden ähnliche Durch­ragungen der pluvialen Gneisschotter, wie es der Kilimba- und der Ki- luluhügel (250 m) im nördlichsten Teile des deutschostafrikanischen Küstenlandes zeigen. Wahrscheinlich werden derartige Durchstoßungen

1 der Bornhardtschen Karte.

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