der Küste von Usaramo bis zur Rufijimündung dem Hügellande vorgelagert. Südlich von dem großen Deltagebiete des genannten Flusses lassen sich z. B. bei Kilwa-Kiwindje wieder zwei gehobene Strandterrassen, in 8 — 20 und in 40-60 m u. M. erkennen, auf deren ersterer die Stadt selbst sich ausdehnt. Dieselben beiden Terrassen treffen wir auch bei Lindi an den Ufern der gleichnamigen Bucht an, in 8 — 20 und in ca. 40 m Meereshöhe (vergl. Taf. 5 u. 4).
Durch die beschriebenen drei Terrassen wird nun naturgemäß eine dreimalige positive Strand Verschiebung dokumentiert. Der Ablagerung der im höchsten Niveau anstehenden Kalke muß aber zunächst eine mindestens einmalige negative Bewegung gefolgt sein, um dieselben aus dem Meere auftauchen zu lassen; desgleichen muß nach der Aus- bildung’der untersten Terrasse nochmals eine negative Niveauveränderung eingetreten sein, um diese trocken zu legen. Da aber sich gegenwärtig eine positive Strandverschiebung geltend macht, so haben wir hiermit Beweise für einen viermaligenWechsel der Bewegungsrichtung der Strandlinie vor uns. Es ist einleuchtend, daß von den überhaupt gebildeten Terrassen die jedesmal älteren nur dann ihrer Form nach deutlich erkennbar bleiben können, wenn die jüngeren in tieferem Niveau angelegt werden, und Terrassen, welche möglicherweise unter dem heutigen Meeresspiegel liegen, schon hierdurch allein unserer Erkenntnis schwer zugänglich werden. Es ist somit wahrscheinlich, daß die Oszillationen des Meeresspiegels seit Ablagerung der ältesten, im höchsten Niveau auftretenden Kalke weit erheblichere waren, als wir an der Hand der noch erhaltenen Strandterrassen nachweisen können. Auch die unter dem heutigen Meeresniveau liegenden, durch Bohrungen erschlossenen Ablagerungen deuten noch weitere Oszillationen an. Derartige wiederholte Schwankungen des Niveaus der Strandlinie können uns jedoch für Ostafrika nicht weiter überraschen, da auch in anderen tropischen Gegenden ähnliches nachgewiesen wurde.' Es ist interessant zu sehen, unter welch wechselnden Verhältnissen dabei das Wachstum eines Riffes stattfinden kann (vergl. weiter unten).
VI. Karsterscheinungen . 1 2
Höhlen.
K arsterscheinungen treten auf den aus jungfossilem Korallenkalke aufgebauten Inseln und Küstenländern in weiter Verbreitung auf. Sie werden uns von den Bermudas-, Bahamas-, Palau-, Salomon-, Barbados-,
1 So 2. B. von lulien bei der Insel Sombrero in West-Indien, und vou Agassiz und Hill an den »gehobenen« Riffen von Cuba.
2 Anmerkung t siehe nächste Seite unten.
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