ln ähnlicher Weise sind wohl auch die starken Versumpfungen zu erklären, die gerade hier in Usaramo in dem großen Sumpfgebiet des Mansi u. a. in umfangreichem Maße entwickelt sind. Dagegen dürften der Lutamba-See im Hinterlande von Lindi und der Kitere einwärts von Mikindani im südlichen unmittelbaren Küstenhinterland wegen ihrer größeren Höhenlage (letzterer dürfte etwa in ioo m Meereshöhe liegen) wohl eine andere Erklärung erheischen, die eine genauere Untersuchung hoffentlich bald fördern wird.
Direkte Beweise für das Ansteigen der See.
Neben den morphographischen Verhältnissen haben wir auch direkte Beweise dafür, daß die See gegenwärtig im Steigen begriffen ist, bezw. daß das Land sich senkt. Von Bedeutung in dieser Beziehung sind die Ruinen geworden, die an der Stätte der im Mittelalter bedeutenden Stadt Kilwa auf der gleichnamigen Insel sich finden. Schon Kersten berichtet darüber im von der Decken’schen Reisewerke (Band i, S. 146): »Was für zerstörende Wirkungen hier die See hervorbringt, beweist das kleine Fort, welches jetzt einige Fuß hoch vom Meere bespült wird, während es doch früher gewiß ganz im Trocknen stand: Teile desselben sind bereits dem Anprall der Wogen erlegen, und von den noch stehenden Türmen droht dem einen baldiger Einsturz.« Bornhardt gibt (a. a. O. S. 386) eine Zeichnung von Hellgrewe, die den der See zunächst gelegenen Teil des alten arabischen Forts darstellt und erkennen läßt, daß der nach Kersten gefährdete Turm bereits stark durch die Flut zerstört ist. Nach ihm liegen die meisten der teils aus dem Mittelalter, teils aus der jüngeren, arabischen Zeit stammenden Ruinen so nahe über der See, daß ihre Grundmauern unter den Flutspiegel eintauchen (Taf. 24), derart, daß bei Sturmfluten der Boden der alten Stadt zum Teil unter Wasser gesetzt werden muß. Da kaum anzunehmen ist, daß die Erbauer des alten Kilwa in so tiefer Meereslage ihre Bauten aufgeführt haben werden, so muß unbedingt aus der heutigen tiefen Lage derselben auf eine Senkung des Landes bezw. auf eine positive Verschiebung des Meeresniveaus seit der Erbauung der heute als Ruinen erhaltenen Gebäude geschlossen werden. Der Betrag der Senkung mag mehrere Meter ausmachen, wobei • besonders bemerkenswert erscheint, daß auch das erst aus dem Anfänge des letztvergangenen Jahrhunderts stammende arabische Fort eine Senkung zeigt, die mithin noch nicht vor längerer Zeit zum Abschluß gelangt sein kann, sondern augenscheinlich gegenwärtig noch andauert.
ln derselben Sache äußert sich mit Bezug auf den nördlichen Küstenstrich Bau mann (Usambara S. 17 ff.): »Die Häuser von Muoa werden
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