Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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Solche Seen sind in Ostafrika z. B. besonders charakteristisch für den Unterlauf des Rovuma. Auf dem deutschen (Nord-) Ufer bilden, vom Mwiti an abwärts, die dem Rowuma zufließenden Wasserläufe unweit ihrer Einmündung meist Seen: so der Mwiti den Lishehe, der Nkundi die Lipalwe-Seen, der Namikupa den Nkundi-See, der Nan- yamba den Urongwe und ein unbedeutender Bachlauf den Chidya, als den größten der genannten, der mit dem Rowuma durch ein periodisch trockenes, ziemlich hoch gelegenes Bachbett verbunden ist. 1 Noch größer als der letztere sind auf der Südseite des Rowuma der Lidede und Nangadi, 2 von welchem Tafel 5 eine Wiedergabe bringt, ln diese Kate­gorie von Seen gehören ferner im ostafrikanischen Küstengebiet der Mkoe-See am Mbemkuru (südlich von Kiswere) und vielleicht auch der Siwa-wa-Mpafu zwischen Daressalam und dem Rufiji. Eine genauere topographische Aufnahme des Küstengebietes wird uns vielleicht noch mit einer größeren Zahl dieser Gebilde bekannt machen.

Quellseen.

Die Sedimentauffüllungen in den Haupttälern scheinen aber nicht nur im Bereiche ihres Unterlaufs, sondern auch weit oberhalb noch des öfteren ähnliche Stauwirkungen auf die kleinen Nebentäler auszuüben und Veranlassung zur Bildung kleiner Seen zu geben. Wenigstens so scheint mir am einfachsten und am eindeutigsten das Vorhandensein der Wasser­ansammlungen erklärt werden zu können, die namentlich im Usaramo- Lande in kleineren Quelltälern anzutreffen sind. Es ist möglich, daß die unter dem tropischen Klima gewaltig wuchernde Sumpfvegetation nicht wenig zum Aufstau derartiger Quells een beiträgt. Der schönste von ihnen ist wohl der malerisch von buschwaldbedeckten Höhen eingefaßte Sakwati-See im Hinterlande von Kifmangao (an der Küste zwischen den Inseln Kwale und Koma). Er ist 2V4 km lang bei einer Breite von etwaVakm. Ihm benachbart liegt der kleinere Kiputi-See, weiter nördlich der Chogoni-, der Kisse- und der Sunguni-See. Hierher gehört auch das wegen der darin hausenden Flußpferde vielleicht manchem bekannte, kleine, von schwimmender Vegetation (Pistia) fast vollkommen bedeckte Wasserbecken des Makurumula-Sumpfes bei Daressalam, das ebenso wie die gleichartigen Becken des Tenge-, des Magomeni-, des Mwananyamara-Sumpfes u. a. zum System des Msimbasi gehören . 3

1 Berg: Das Bezirksamt Mikindani. Mitt. a. d. D. Schutzgeb. X, 1897, S. 21 8.

2 Diese beiden liegen wie die vorgenannten außer dem Chidya außerhalb des Bereiches der beiliegenden Karte.

3 Vergl. Karte der Umgebung von Daressalam. Angefertigt im April 1913 vom Vermessungs­büro Daressalam. 1:25000.

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