sein Tal hineinzudringen. Die Talverschüttung hat dann in vollkommener Weise der Umwandlung der Täler in Meeresbuchten entgegengearbeitet. Dieser Fall ist in unserem Gebiete ganz oder fast ganz verwirklicht bei den aus dem weiteren Hinterlande kommenden, größeren und daher sedimentreicheren Flüssen, wie dem Pangani im Norden und dem Rovuma im Süden, die beide in ein ebenso tiefes Meer einmünden als die vorhin betrachteten Buchtflüsse.
Deltabildung.
Diese Sedimentautfüllung kann noch dadurch wesentlich unterstützt werden, daß vor der Mündung des Flußtales sich ein Meeresteil befindet, dessen Boden vom Strande aus in sanfter und geringer Neigung abfällt und weithin nur eine geringe Tiefenlage besitzt, ln diesem Falle häufen sich auch die feinsten vom Flusse aus dem Binnenlande mitgeführten Sedimentteilchen alsbald in merkbarer Weise vor der Mündung an und füllen den Boden der Seichtsee auf. So kann auch trotz Senkung des Landes nicht nur der Buchtbildung vollkommen entgegengearbeitet, sondern sogar durch die Sedimentanhäufungen ein Vordringen des Landes gegen die See in Form eines Deltas bewirkt werden. So vermissen wir im deutsch-ostafrikanischen Küstengebiete da, wo die seichten Meeresteile des Sansibar- wie des Mafia-Kanals die Festlandsküste berühren, nicht nur die Rias-Bildung vollständig, sondern sehen zugleich die Mündungen der größeren Flüsse in Deltas verwandelt. Solche tretfen wir beim Wami und Kingani, in besonders schöner und typischer Gestaltung aber bei dem größten Flusse des mittleren Küstengebietes, dem Rufiji, an.
Limanseen.
Der mit der Senkung des Landes verbundene Rückstau der Flüsse und die damit einhergehende Talverschüttung hat aber noch eine weitere Wirkung im Gefolge, die hier noch kurz zu berühren ist. Wir sahen eben, daß die größeren Flüsse sich durch Sedimentreichtum gegenüber den kleineren im allgemeinen auszeichnen. Dieses Verhältnis hat natürlich auch statt zwischen dem Hauptfluß und einem kleineren Nebenfluß. So kann es passieren, daß der Nebenfluß in der Talauffüllung nicht gleichen Schritt zu halten vermag mit seinem Hauptfluß. Infolgedessen wird von den Sedimenten des letzteren die Mündung des Zuflusses verbaut, und seine Wasser stauen sich dahinter zu einem kleinen See auf. Wir wollen diese als Limanseen bezeichnen, wie sie z. B. im unmittelbaren Anschluß an die Limanbuchten des Schwarzen Meeres die untere Donau auf ihrer Nordseite begleiten.
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