ladender Riffe gedeihen, wo ohnehin ruhiges Wasser angetroffen wird und eine irgend bedeutende Brandung nicht zu bemerken ist, wo also sowieso im Wasser hergeführte Schlammteilchen Ruhe genug haben, sich niederzusetzen. Eher möchte man daran denken, daß das von den Pflanzen selbst gelieferte Material in Form einer marinen Torfablagerung eine Auffüllung und Trockenlegung des Meeresbodens am inneren Rande der Mangrowebestände bewirken und so die Vegetation selbst weiter hinausdrängen könnte. An Stellen, wo durch das Vordringen des Meeres die Mangrowe-Vegetation vernichtet und zurückgedrängt worden ist, kann man nicht selten in unserem Gebiete Ansammlungen von torfigem Holzmull mit vertorften Holzstücken und Baumstümpfen beobachten, die von Sand überschüttet werden. Auf Sansibar befindet sich in der Nähe der Stadt eine kleine, mit Mangrowen bestandene Bucht, die auf der Seeseite durch einen Strandwall abgesperrt wird. Zur Ebbezeit kann man nun sehen, wie an der Basis des Walles auf der Seite des heutigen Außenstrandes eine Torf läge angeschnitten ist, die reichlich in situ befindliche Baumstämme aufweist. Nach der ganzen Situation kann es nicht zweifelhaft sein, daß hier ein Teil des ehemals weiter aufwärts reichenden Bodens der Mangrowebucht vorliegt, der an der Außenseite des inzwischen weiter in die Bucht vorgedrungenen Strandwalles von der Brandung entblößt worden ist. Ähnliches läßt sich auch bei Daressalam beobachten. Diese Beispiele zeigen zugleich, wie gering die Torfanhäufungen sind im Vergleich mit den marinen Sandmassen, welche die Mangrowe-Vegetation zurückdrängen und ersticken. Andererseits mögen die geschilderten Vorkommen für die Frage nach der Abhängigkeit der Torfbildung von bebestimmten klimatischen Zonen nicht ohne einige Bedeutung sein.
V. Verschiebungen der Strandlinie und die dadurch bedingten Formen im ostafrikanischen Küstengebiet.
(Die ostafrikanischen Häfen.)
Negative und positive Niveauverschiebung.
G ehobene Küstenterrassen gehören zu den am längsten bekannten Oberflächenformen unseres Gebietes. Sie beweisen eine stattgehabte negative Niveauverschiebung des Meeres bezw. eine »Hebung« des Landes. Wenn man aber hieraus, wie es geschehen ist, ohne weiteres auf eine noch stattfindende Bewegung in gedachtem Sinne geschlossen und die ostafrikanische Küste demgemäß glattweg als eine »Hebungsküste« bezeichnet hat, so muß hervorgehoben werden, daß die Sache durchaus nicht so einfach liegt und eine nähere Betrachtung erheischt. Diese sei zunächst in den folgenden Zeilen gegeben.
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