Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
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fall der Küstenterrasse unmittelbar vorgelagert sind, häufig auch ein niedriges Sumpf- oder Alluvialland vom Meere absperren. Letzteres ist zum Beispiel im Gebiete der Kinganimündung der Fall, wo kleine Strandseen (Deltaseen) hinter dem flachen Strandlande auftreten, in­folge der ausgleichenden und glättenden Wirkung, die die Meereswellen auf die Umrißform der Deltaablagerungen des Flusses ausüben. Ein solcher Einfluß ist bei dem größere Schuttmassen führenden Rufiji nicht oder kaum zu bemerken. Sein Delta baut sich vielmehr fast ungehindert in das Meer vor (siehe weiter unten).

Bornhardt 1 vertritt nach seinen Beobachtungen am Rufiji die Ansicht, daß dessen Delta während eines höheren Meeresstandes, das heißt in der Zeit der Entstehung der niederen Strandterrassen, gebildet sei. Ich glaube, daß man sich dieser Ansicht, die auch auf der Karte, wenn auch in rein schematischer Form, zur Darstellung gebracht worden ist, anschließen darf. Die Oberfläche der Deltaablagerungen ist weit höher als die Sohle der benachbarten kleinen Täler, die in die untere Strandterrasse einge­schnitten sind; während die seitlichen Ränder der letzteren steil und scharf sind, ist die seitliche Grenze der Terrasse gegen das Delta zwar deutlich erkennbar, jedoch durch einen ganz sanften und geringen Abstieg gebildet. Im Bereiche von Ebbe und Flut sind die größeren Delta-Inseln zwischen den breiten Armen des Flusses nur an ihren oft recht steilen Ufern von Mangrowen umsäumt, im Innern aber trocken und, wie die untere Strand­terrasse, von Kulturen oder Buschsteppen-Vegetation bedeckt. Daß dabei durch die gegenwärtig herrschende positive Strandverschiebung nicht, wie es die untere Strandterrasse zeigt, ein Abbruch an der Front des Deltas zu beobachten ist (vergl. Taf. 28, unten), erklärt sich wohl aus der ausgleichenden Wirkung der unaufhaltsamen Sedimentzufuhr des Flusses. Weiter einwärts im Delta sind, namentlich an den Kurven des Flusses, Steilufer von 2 3 m Höhe überall zu beobachten.

Mangroweküste.

Einige Worte verdient hier schließlich noch die Mangroweküste. Es ist wohl zweifellos, daß sich namentlich zwischen den zahlreichen Atemwurzeln der Mangrowebäume (Siehe Taf. 8) in ruhigem Wasser Schlamm und Schlick anzusammeln vermögen. Der hierbei durch diese eigenartige Vegetation selbst bewirkte Landzuwachs wird aber wohl meist sehr überschätzt. Wir müssen bedenken, daß die Man­growen (siehe Vegetationskarte) nur in den Flußmündungen, in Buchten und hinter vorgelagerten Inseln oder auf dem inneren Saume weitaus-

1 Bornhardt: a. a. O. S. 394 fr.

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