Bereiche der Brandungswelle Vorkommen und der Abrasion unterliegen, ist der Korallensand des Flachstrandes quarzhaltig oder bei dem Fehlen eines nahen lebenden Riffes durch reinen Mineralsand ersetzt.
Erwähnt seien ferner auch fein- bis grobkörnige Kalksandsteine, welche bei Daressalam, bei Sansibar und anderen Orten in seewärts leicht geneigten Bänken am Strande auftreten und größtenteils auch wohl rezente Bildungen darstellen dürften.
Heben diesen marinen Ablagerungen jüngsten Alters spielen auch die Alluvionen der Flüsse eine nicht unbedeutende Rolle. Das Vorrücken des Meeresspiegels hat nicht nur ein Eindringen des Meeres in die Flußmündungen zur Folge gehabt, sondern gleichzeitig auch ein Aufstauen des Flusses weit aufwärts und damit eine Verminderung des Gefälles und eine erhebliche Sedimentablagerung. Wir sehen daher in den Tälern, die in die plateauartigen Terrassenflächen eingeschnitten sind, meist verschwindend kleine Flüßchen die breite, aus einem dunkelgrauen, sandigerdigen Boden bestehende Talsohle durchfurchen. Die mächtigen Alluvionen im Unterlaufe der großen Flüsse des Küstenlandes haben, namentlich für den Anbau von Baumwolle, eine große wirtschaftliche Bedeutung erlangt.
IV. Die unmittelbaren Formen der Uferlinie in ihren Beziehungen zum heutigen Meeresstande.
D ie morphologische Betrachtung des ostafrikanischen Küstengebietes beginnen wir vorteilhaft mit den an der heutigen Uferlinie auftretenden Formen, die uns als unmittelbare Wirkung der momentan in Arbeit befindlichen Kräfte einen Maßstab abgeben können für die Beurteilung der heute der direkten Berührung des Meeresspiegels und damit der Brandungswirkung usw. entzogenen Oberflächenformen.
Kliff.
Als eine Folge der gegenwärtig herrschenden positiven Bewegung des Meeresniveaus (vergl. den folgenden Abschnitt) fällt das ostafrikanische Küstenland auf weite Erstreckungen mit einem steilen KI i f f u f e r zum Hochwasserspiegel des Meeres ab (vergl.Taf. 1,2,4), während nur verhältnismäßig kürzere Strecken von einem schmalen Gürtel rezenter Sand- oder Kalksandanhäufungen in Form von Strandwällen oder niedrigen Dünenzügen gesäumt werden. Das von der Brandung selbst geschaffene Kliff ist daher die bemerkenswerteste Uferform unseres Gebietes. Je nach der Beschaffenheit des Gesteines, das zufällig in den Bereich der Brandungswelle gerät, ist die Form der Kliffwand verschieden. Da, wo die lehmig-sandigen
32