bereits wieder in erheblichem Umfange eine Denudation erfahren und ragen daher vielfach als Inseln aus den jüngeren Ablagerungen hervor . 1
Mikindanischichten und ältere Kalke.
Diese älteren, lehmigen Sedimente, die wir nach Bornhardt als Mikindanischichten bezeichnen wollen, bestehen an allen untersuchten Stellen aus einem petrographisch gut übereinstimmenden, sandig-lehmigen, kalkfreien Boden von grünlichgrauer bis weißlicher Farbe. Das Gestein ist in der Regel rostig gefleckt und geht an der Oberfläche durch vollständige Oxydation in einen rotbraunen Boden (Rotlehm) über. Stellenweise ist das Gestein ziemlich grobkörnig oder zeigt, als einzige Andeutung einer Schichtung, horizontal verlaufende Schnüre von Gerollen. Diese letzteren sind meist nicht über walnußgroß und bestehen aus Quarzen, verschiedenen Gneisen, sowie in seltenen Fällen aus Phorphyr. Während Bornhardt zunächst die Mikindanischichten für marine Bildungen ansah, wird ihnen jetzt allgemein eine fluviatile Entstehung zugeschrieben und sie als Ablagerungen der ostafrikanischen Pluvialzeit aufgefaßt, einer Ansicht, der, soviel ich weiß, sich auch Bornhardt angeschlossen hat.
Nicht so sicher wie die Altersgleichheit der Gebilde der oberen Stufe unserer Ausgangsprofile am Steilufer des Meeres vermögen wir diejenige zwischen dem älteren Riffkalke und dem grobsandigen grauen Lehme der Mikandanischichten nachzuweisen. Nur auf indirektem Wege gelingt es uns, eine relative zeitliche Äquivalenz beider festzustellen. Ausgehend von der Erkenntnis, daß sie beide älter sind als die Gebilde der oberen Stufe, bleibt uns nachzuweisen, daß sie beide auch jünger sind als eine weitere Schichtenfolge von Kalken, Kalksandsteinen und Mergeln, die sich zwar nicht an der Festlandsküste, wohl aber auf der Insel Sansibar in schönster Weise ausgebildet findet. Hier treten die fraglichen Gesteine im verschiedensten Niveau, bis ioo m ansteigend, auf. Es sind einerseits harte, klingende Kalke von gelblicher, gelblichgrauer oder auch fleisch- roter Farbe und ziemlich dichtem Bruche, zum anderen aber mürbe, feinkörnige, weißliche, gelbe oder rötliche Kalksandsteine. Die letzteren gehen in unmittelbarer Schichtenfolge in festere Kalksandsteine über, und zwischen diesen und den reinen Kalken finden sich in weiter Verbreitung mannigfache Zwischenstufen in Form mehr oder weniger quarzhaltiger Kalksteine. Desgleichen zeigt der Kalksandstein stellenweise durch seine lockere Beschaffenheit bei gleichzeitiger, ganz geringer Quarzführung große Ähnlichkeit mit dem mürben, kalkig-mergeligen Gestein, wie es, durch Fossil-
1 Vergl. Abschnitt: Spezialformen der Mikindanischichten.
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