Erscheint es hiernach schon mehr als sicher, daß die sämtlichen, die obere Stufe unserer Profile aufbauenden Schichten, die kalkigen und die sandigen, eine einheitliche geologische Ablagerung bilden, so werden wir auch eines letzten leisen Zweifel überhoben durch ein Profil, welches sich uns an der Kliffküste am Ras Mbueni auf der Insel Sansibar darbietet. Die vorspringende Spitze des Ras selbst (vergl. die nebenstehende Übersicht) zeigt den uns schon bekannten Aufbau, welcher als untere Stufe den festen älteren, als obere, den kreidigen jüngsten Riffkalk zeigt. Dieses obere jüngere Riff läßt sich ununterbrochen annähernd 300 m weit nach Süden verfolgen bis zu der Stelle, dem das Profil 11 entnommen ist. Wir sehen hier, in Vertretung des älteren Kalks, einen weichen, glimmerartigen, gelben Kalksandstein die untere Stufe bilden. Doch interessiert uns zunächst der obere Teil des Profils. Die Sohle des kreidigen Riffkalkes wird hier von einer nur wenige cm mächtigen Muschelbank gebildet, die wieder von einem festen, mattrotten Kalksandsteine unterlagert wird. Dieser, Muschelbank und Riff, keilt sich landeinwärts aus und wird von den sandigen Gebilden der oberen Stufe umfaßt, und zwar so, daß ein sandiger, rotbrauner Lehm, der nach links weit über den Riffkalk übergreift, in der rechten Profilhälfte nach unten allmählich in einen gelblichen, sandig-lehmigen Boden übergeht, der seinerseits etwas unter die auskeilenden, kalkigen Schichten vorgreift.
Küstenterrassen.
Nachdem wir so die sämtlichen Bildungen der oberen Stufe unserer Profile als zeitlich äquivalente erkannt haben, interessiert es uns zu erfahren, wie dieselben zur Ablagerung gelangt sind. Hierüber gibt uns Auskunft die Art ihres Auftretens und ihrer Verbreitung, welche uns erkennen lassen, in welchem Maße diese Ablagerungen an der Ausgestaltung der Oberflächenformen des ostafrikanischen Küstenlandes beteiligt sind. Begeben wir uns auf die Höhe des Steilufers, dessen Profile wir bisher betrachtet haben, und schreiten landeinwärts, so bewegen wir uns auf einer sanft ansteigenden, im übrigen fast vollkommenen ebenen Landfläche. Dieselbe wurde schon längst als ehemalige Strandterrasse erkannt. Solche Terrassen lassen sich mit aller Schärfe zwei über- und hintereinander liegende an der Küste des Festlandes und auf den vorgelagerten größeren Inseln (Fig. 3) erkennen: eine untere, bis cirka 25 m Seehöhe reichende und eine obere, bis etwa 50 oder 60 m ansteigende. Bei Daressalam setzt sich die Oberfläche der unteren Terrasse aus sandigem Boden zusammen, eben demselben losen oder mehr oder weniger lehmig gefestigtem Sande, dessen Ausgehendes die Profile am Ras Rongoni, Ras Makabe,
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