Okusa, Nyuni und Süd-Fandyove auch über den Meeresspiegel markiert werden, gegen Kilwa-Kivindye.
Hier geht der submarine Steilabfall, der vielfach außerordentlich dicht unter der Küste verläuft, nochmals in die Erythräische Richtung über, in der er, nur südlich von Lindi stärker nach Ost ausbiegend, bis zur Landesgrenze am Kap Delgado, südlich der Rowuma-Mündung verbleibt.
Daß die angedeuteten Bruchsysteme nicht auf das Küstengebiet und das nächste Hinterland Deutsch-Ostafrikas beschränkt sind, ist bekannt. Der »Panganigraben« südlich vom Kilimandjaro, die Gräben des Tanganjika- und des Njassa-Sees folgen dem Erythräischen Streichen, die »ostafrikanische Bruchstufe«, der »Wembäre - Graben«, sowie die Randbrüche an der Westseite des Viktoriasees dem des Somalsystems. Es steht somit die Annahme, daß die heutigen Küstenumrisse Deutsch- Ostafrikas durch Verwerfungen bedingt seien, durchaus im Einklang mit den aus dem Binnenlande bekannten tektonischen Verhältnissen.
Stratigraphie.
Ehe wir versuchen, die Tektonik unseres Gebietes geologisch-chronologisch zu verwerten, müssen wir uns etwas genauer mit dem stratigraphischen Aufbau derselben bekannt machen.
Das Berg-, Hügel- und Tiefland, welches in unserer ostafrikanischen Kolonie den Randabfall der großen kristallinen Zentralplateaus von der Küste trennt, wird von mesozoischen und z. T. auch paläozoischen Schichten eingenommen, welche jedoch in großer Ausdehnung von ganz jungen (quartären) Bildungen um- und überlagert werden. Diese letzteren stellen vornehmlich einen grobsandigen, stellenweise stark tonigen Lehm im Verein mit hellen oder bräunlichen losen Sanden dar, zwischen die sich in unmittelbarer Küstennähe marine Kalke einschieben. Diese jungen Ablagerungen, die trotz ihrer weiten Verbreitung von älteren Reisenden meist unbeobachtet geblieben sind, sind in neuerer Zeit durch Bornhardt und andere 1 eingehender behandelt und nach ihrem Vorkommen, ihrer Entstehung und Gliederung dargestellt worden.
Diese jungen Ablagerungen sind ebenso wie im Küstengebiete auch auf den größeren Inseln Pemba, Sansibar und Mafia wieder in ver-
1 Bornhardt: Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas. Berlin 1900. Werth, E.: Zur Kenntnis der jüngeren Ablagerungen im tropischen Ostafrika. Ztschr. d. Deutschen Geolog. Ges. 1901. S. 287 ff.
Koert, W. und F- Tornau: Zur Geologie und Hydrologie von Daressalam und Tanga. Abhandlungen der Kgl. Pr. Geol. Landesanstalt. Neue Folge, Heft 65. Berlin 1910.
l6