Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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des Ulugurugebirges bildet, wie es im Norden sich dem östlichen Steilabfalle des Usambara-Gebirges vorlegt. Es wird im Osten von einer Linie begrenzt, die parallel der Tangaküstenlinie und deren südwestlicher Fortsetzung verläuft; östlich davon sind bis zum Rufiji in Deutsch-Ost­afrika weder Gneisberge noch überhaupt anstehender Gneisfelsen be­kannt.

Letzterer Umstand besonders macht es mehr als wahrscheinlich, daß hier in Ostafrika eine in der Richtung der Küstenlinie SadaniTanga Mombassa verlaufende Bruchzone vorliegt, die durch eine Reihe paral­leler Einzelbrüche auzgezeichnet ist. Als solche werden längst auch der Ostabfall des Uluguru- und des Usambara-Gebirges angesehen, ferner die beiderseitige Begrenzung der Mkata-Ebene, zwischen dem Ulu- guru-Gebirge und dem Berglande von Unguru, einer Einsenkung, die man mit dem Grabenbruche der Oberrheinischen Tiefebene verglichen hat. Eine ähnliche, aber bedeutend schmalere Einsenkung trennt im Norden als Luengeratal Ost- von West-Usambara. Die in der bezeich- neten Bruchzone gelegenen Fälle bezw. Schnellen des Pangani in der Landschaft Bondei, des Wami bei Mandera und des Rufiji unterhalb seiner Vereinigung mit dem Ruaha sprechen ebenso für die große Ju­gendlichkeit der tektonischen Störungen wie der Gesamtcharakter der Landschaft überhaupt.

Das Küstenhinterland.

Die bezeichnete mutmaßliche Bruchzone bildet auch südlich vom Rufiji die Grenze des zentralen Gneishochlandes gegen das sedimentäre Küstenhinterland. Das letztere nimmt somit im südlichsten Teile unserer Kolonie, da die heutige Küstenlinie im ganzen nahezu nordsüdlich ver­läuft, außerordentlich an Breite zu. Hiermit geht Hand in Hand der ver- verschiedene Charakter in den Oberflächenformen des unmittelbaren Küstenhinterlandes im Norden und Süden. Im Norden haben wir ein teil­weise erheblich zerschnittenes, zum Teil aber mehr oder weniger plateau­förmig gestaltetes, bis etwa 500 m ansteigendes Hügelland vor uns, das über einem Sockel mesozoischer und teilweise älterer Gesteine aus flu- viatilen Gneisschottern besteht, die nur in untergeordnetem Maße gelegentlich von den älteren Bildungen durchragt werden.

Diesem Charakter entspricht der westlichste, vom Meere entfernteste Teil des Küstenhinterlandes im Süden, während weiter östlich ein wesent­lich anderer Landschaftscharakter sich geltend macht. Die jüngeren fluvia- tilen Bildungen, die je nach ihrem Alter wieder mehr oder minder gut als terrassenartige Formen erhalten sind, werden hier von zahlreichen Er-