Norden, ln dem sehr tiefen Wasser des Pemba-Kanals macht sich dieser Einfluß von Ebbe und Flut nicht bemerkbar!
An der Südgrenze unserer Küste, wo die Teilung des Äquatorialstromes statthat, weicht auch die Richtung der Gezeitenströmung ab, und die Flut setzt zum Beispiel an der Rovuma-Mündung, wo vielleicht auch das ausströmende, bei Hochwasser die Flut überwindende Flußwasser die Gezeitenströmung in ihrer Richtung etwas beeinflußt, nach Südost und die Ebbe nach Nord, ln den in das Land eingreifenden Buchten und Krieks der ostafrikanischen Küste setzen Ebbe und Flut in der Richtung des tiefsten Fahrwassers aus und ein.
Die wechselnden und unsicheren Strömungsverhältnisse erschweren neben den zahlreichen Korallenriffen und Untiefen die Schiffahrt sehr.
Strömungen und Gezeiten in den einzelnen Teilen des
Küstenmeeres.
Im einzelnen ist inbetreff der Strömungen und Gezeiten in den Gewässern unseres Küstenstriches noch das Folgende hervorzuheben. Im nördlichsten Teil des deutsch-ostafrikanischen Küstenmeeres setzt der Strom sowohl in dem unmittelbaren Küstenwasser wie im Pemba-Kanal im Laufe des ganzen Jahres nach NNO und zwar im SW-Monsun mit ■2 bis 4, im NO-Monsun mit i bis 2 Seemeilen Stärke. Bei Ebbe ist die Stromstärke geringer als zur Flutzeit.
Im Sansibar-Kanal ist der Strom veränderlich. Beim SW.-Monsun läuft er im tiefen Fahrwasser beständig nach Nord, zwischen den Riffen und Inseln wird er jedoch durch die Gezeiten abgelenkt, zumal zur Springzeit. Während des NO-Monsuns ist der Küstenstrom nur schwach, und die Gezeitenströmung überwindet zur Springzeit in allen kleinen Kanälen die nördliche Strömung. Die Flut setzt im nördlichen Teil des Sansibar-Kanals gewöhnlich nach Süd und im südlichen Teil in umgekehrter Richtung; beide Strömungen treffen sich bei Hochwasser an einem Punkte in der ungefähren Mitte des Kanals, dessen Lage je nach dem Winde wechselt. Der Ebbestrom läuft den entgegengesetzten Weg, d. h. von der Mitte nach dem Nord- und Südende der Insel Sansibar, ln dem Kanal zwischen Sansibar und der westlich seinem Nordende vorgelagerten Insel Tumbatu läuft während des SW-Monsuns zur Nippzeit der Strom ununterbrochen nach Nord, und die Gezeiten zeigen in dieser Jahreszeit eine große Unregelmäßigkeit. Im südlichen Teil des Sansibar- Kanals sind die Strömungen vor der Festlandsküste (zwischen Daressalam und Bagamojo) veränderlich und sehr von Richtung und Stärke des
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