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11.’Das deutsch-ostafrikanische Küstenmeer.
I nnerhalb der Grenzen unserer ostafrikanischen Kolonie stellt das Küstenland einen selbständigen Gebietsteil dar, der wohl mehr als irgend ein anderer seine besonderen Eigenarten aufzuweisen hat. Eigenarten, die durch die unmittelbaren Beziehungen zum Meere bedingt sind, und die sich sowohl in seinem geologischen Aufbau und der Oberflächengestaltung, wie in seinem Klima, dem Vegetationscharakter und der Tierwelt sowie dem materiellen und geistigen Kulturbesitz der menschlichen Bewohner auf Schritt und Tritt äußern.
Dieses Meer, das ostafrikanische Küstenmeer, stellt einen Teil des Indischen Ozeans dar, der als das Südende des alten »Äthiopischen Mittelmeeres« der Jura-Kreidezeit aufgefaßt wird und durch große, bis 5000 m reichende Tiefen ausgezeichnet ist. Im Süden unseres Küstenstriches fällt der Kontinentalsockel unmittelbar unter Land zu bedeutenden Tiefen von 1 bis 2000 m ab, während dem mittleren Küstenteile ein schmaler Schelf von 50 bis 80 km Breite vorgelagert ist, auf dem sich die Inseln Mafia und Sansibar erheben, an deren Ostküsten der submarine Steilabfall verläuft. Ganz im Norden wird die Insel Pemba durch einen bis 860 m größter geloteter Tiefe sich senkenden Meereskanal vom nahen Festlande getrennt, der, wie wir weiter unten sehen werden, für die geologische Geschichte des Gebietes von besonderer Bedeutung ist.
Infolge der Bespülung der Küste durch den warmen Südäquatorialstrom hat das Küstenwasser ständig eine hohe Temperatur, die im Hochsommer ca. 30 0 (Februar), im Südwinter noch ca. 26° (August) beträgt und ein üppiges Wachstum sogenannter Riffkorallen an allen günstigen Plätzen gestattet. Diese hohen Temperaturen sind aber auf das Oberflächenwasser beschränkt; in der Tiefe geht ein Unterstrom kalten antarktischen Wassers