Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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Verbreitung des rechteckigen Giebeldachhauses 1 und derKokos- palme finden dürften.

Versuchen wir in diesem Sinne die innere Grenze des Küstenlandes zu ziehen, so würden als äußerste geologische Grenzpfeiler die aus dem küstennahen Hügellande als »Inselberge« aufragenden Erhebungen meso­zoischer und älterer Formationen in Betracht kommen. Das sind im Norden die Gneisvorberge des Usambaragebirges wie die vereinzelten Gneiserhebungen in U s e g u h a bis südlich zum Wa m i und im Süden der Juraabfall der Matumbi-Berge und der Ostrand der charakteristischen Kreideplateaus südlich vom Matandu bis zum Rowuma. Die aus ter­tiären Ablagerungen aufgebauten »Plateauvorberge« des südlichen Küstenstreifens würden damit noch in das zu behandelnde Gebiet hineinferllen, was jedoch um so weniger zu beanstanden ist, als damit dann auch das Tertiärvorkommen auf der Insel Sansibar nicht isoliert dasteht.

Die nördliche und südliche Begrenzung des hier behandelten Küsten­landes ist durchaus willkürlich und entspricht den politischen Grenzen des deutschen Schutzgebietes. Der natürliche Charakter des Küstenlandes setzt sich unvermittelt nordwärts wie südwärts über die Grenzen fort; im Norden würde etwa erst die Südgrenze des Somali-Landes (= Nord­grenze der Kokospalme) eine natürliche Begrenzung abgeben, während im Süden die Beschaffenheit der Küste etwa an der Sambesimündung eine Änderung erfährt, wenn man nicht aus völkerkundlichen Gründen die Südgrenze der Swahilibevölkerung, die nicht weit südlich derRowuma- mündung gelegen ist, als natürliche Abgrenzung ansehen will.

Einen besonderen Charakter verleiht allerdings unserer Küste die Vor­lagerung der größeren Inseln, aber schon gilt dies nicht mehr für die südliche Strecke, von Kilwa-Kisiwani bis zum Rowuma. Kurzum: die nörd­liche und südliche Abgrenzung des hier betrachteten Gebietes ist künst­lich und nur von praktischen Gesichtspunkten aus zu verstehen.

Literatur.

Hier seien die in den folgenden Abschnitten dieses Kapitels immer wieder benutzten Werke angegeben, während sich in den Fußnoten weiterhin noch besondere Hinweise auf andere Schriften finden.

Bur ton, R. F.: Zanzibar. London 1872. Vol. 1 und 11 .

Decken, C. C. von der: Reisen in Ost-Afrika in den Jahren 1859 bis

1865. 1. Band. Leipzig und Heidelberg 1869.

Bornhardt und D antz: Übersichtskarte (1 : 2000000) der geolo- 1 Siehe Kapitel Bevölkerung.

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