Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
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VORWORT.

F ür die Entwicklung und das Gedeihen unserer tropischen Kolonien sind ihre Küstengebiete von allergrößter Bedeutung. Das lehrt beispielsweise ein Blick auf unsere kleinste afrikanische Kolonie Togo. Hier hat menschliche Energie und menschliche Kunst (Küsten­bahnen, gewaltige Molenbauten usw.) unter Aufbietung großer Mittel den Küstensaum, der bekanntlich von der Natur so stief­mütterlich wie nur denkbar bedacht ist, zu einer wertvollen Basis für die wirtschaftliche Erschließung des Hinterlandes gemacht. Wie viel höher muß aber für das Emporblühen einer Kolonie ein Küsten­gebiet bewertet werden, dessen Saum mit Naturhäfen ausge­stattet und dessen unmittelbares Hinterland genügend fruchtbar ist, um eine dichtere Bevölkerung zu ernähren, wie das bei unserer Kolonie Deutsch-Ostafrika der Fall ist. Wenn hier eine weitschauende Regierung mit aller Energie einsetzt, wie das tat­sächlich besonders im letzten Jahrzehnt geschehen ist, müssen die Kräfte, die hier entfaltet werden, letzten Endes der gesamten Kolonie zugute kommen. Nur kommt es darauf an, daß diese Kräfte richtig eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist natürlich eine eingehende und vertiefte Kenntnis aller physikalischen und wirtschaftlichen Faktoren dieses Gebietes.

Da Verfasser einen größeren Teil des ostafrikanischen Küstenlandes sowie u. a. die wichtigste der vorgelagerten Inseln in mehrjährigem Aufenthalt eingehend kennen gelernt und bereits eine Reihe kleinerer Arbeiten darüber veröffentlicht hatte, glaubte er eine Gesamtdar­stellung des bezeichneten Gebietes unternehmen zu dürfen. Dieser vorliegende Versuch einer landeskundlichen Darstellung des Küsten­gebietes von Deutsch-Ostafrika mit Einschluß der vorgelagerten Inseln beruht in seinen Grundzügen auf den Resultaten eigener