VORWORT.
F ür die Entwicklung und das Gedeihen unserer tropischen Kolonien sind ihre Küstengebiete von allergrößter Bedeutung. Das lehrt beispielsweise ein Blick auf unsere kleinste afrikanische Kolonie Togo. Hier hat menschliche Energie und menschliche Kunst (Küstenbahnen, gewaltige Molenbauten usw.) unter Aufbietung großer Mittel den Küstensaum, der bekanntlich von der Natur so stiefmütterlich wie nur denkbar bedacht ist, zu einer wertvollen Basis für die wirtschaftliche Erschließung des Hinterlandes gemacht. Wie viel höher muß aber für das Emporblühen einer Kolonie ein Küstengebiet bewertet werden, dessen Saum mit Naturhäfen ausgestattet und dessen unmittelbares Hinterland genügend fruchtbar ist, um eine dichtere Bevölkerung zu ernähren, wie das bei unserer Kolonie Deutsch-Ostafrika der Fall ist. Wenn hier eine weitschauende Regierung mit aller Energie einsetzt, wie das tatsächlich besonders im letzten Jahrzehnt geschehen ist, müssen die Kräfte, die hier entfaltet werden, letzten Endes der gesamten Kolonie zugute kommen. Nur kommt es darauf an, daß diese Kräfte richtig eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist natürlich eine eingehende und vertiefte Kenntnis aller physikalischen und wirtschaftlichen Faktoren dieses Gebietes.
Da Verfasser einen größeren Teil des ostafrikanischen Küstenlandes sowie u. a. die wichtigste der vorgelagerten Inseln in mehrjährigem Aufenthalt eingehend kennen gelernt und bereits eine Reihe kleinerer Arbeiten darüber veröffentlicht hatte, glaubte er eine Gesamtdarstellung des bezeichneten Gebietes unternehmen zu dürfen. Dieser vorliegende Versuch einer landeskundlichen Darstellung des Küstengebietes von Deutsch-Ostafrika mit Einschluß der vorgelagerten Inseln beruht in seinen Grundzügen auf den Resultaten eigener