Mineralische Produkte.
Unter diesen kommt für unser Küstenland nur die Gewinnung von S eesalz in Betracht, die z. B. zwischen dem Rufi ji und dem Mantandu von den Eingeborenen in der im Kapitel Bevölkerung (im i. Bande) geschilderten Weise vorgenommen wird. Das Salz dient jedoch nur dem Lokalhandel und kommt als Exportartikel gegenüber der billigen Salzeinfuhr nicht auf . 1 ln der Nähe von Bagamojo hat neuerdings auch ein deutscher Pflanzer die Salzgewinnung durch Verdunstung von Meerwasser begonnen. (Denkschrift über Ostafrika für 1909/10. S. 40).
111. Handel und Verkehr.
Wir haben im kulturgeschichtlichen Abrisse des vorigen Kapitels gesehen, wie in der letzten arabischen Periode Ostafrikas durch Einführung des Gewürznelkenbaumes und anderer Großkulturen auf Sansibar und Pemba vonseiten der Araber mit einem Schlage infolge Bedarfs an billigen Arbeitskräften der bisher ganz auf das Küstenland beschränkte Handel bis tief in das Innere des Kontinents getragen wurde und als Sklaven- und Elfenbeinhandel schnell zu hoher Blüte gelangte. Die Besitzergreifung Ost-Afrikas durch die europäischen Mächte bereitete diesem indisch-arabischen Großhandel mit den Scheußlichkeiten seines Sklavenraubes und -transportes ein baldiges Ende, und es traten allmählich auf neuer wirtschaftlicher Basis die heutigen Handelsverhältnisse ein. Zunächst waren es die europäischen, in Sansibar ansässigen Kaufleute gewesen, die schon unter der indischarabischen Herrschaft die Grundlage hierzu geliefert haben. Von ihnen ist eine starke Anregung auf die Sammeltätigkeit der Neger ausgegangen, sie exportierten die Produkte der arabischen Pflanzungen (Kopra, Nelken) wie derjenigen der Küstenneger. Der ganze Handel vollzog sich unter Mithilfe der Inder, die auch auf dem Festlande ihre Häuser hatten und als Zwischenhändler mit den Negern dienten.
Neue Kulturpflanzen europäischerseits wurden aber erst nach dem Beginn der deutschen Kolonisation und der Begründung der ersten Plantagen in Deutsch-Ostafrika dem Handel gegeben.
Seit 1902 ist der Handel Deutsch-Ostafrikas in stetiger Aufwärtsbewegung begriffen. Die auf allen Gebieten gesteigerte Produktion, sowie die vielfach sich bessernden — wenn auch noch nicht voll genügenden — Absatzmöglichkeiten erhöhten die Ausfuhr und bewirkten zugleich infolge der sich hebenden Kaufkraft der Bevölkerung eine Steigerung der Einfuhr.
Im Jahre 1910 erfuhr der gesamte Außenhandel gegenüber dem Vor- jahre eine Steigeru ng von mehr als 12 Millionen Mark und zwar stieg die
1 Vergl. Bornhitrdt: Zur Geologie und Oberflüchengestaltung. S. 380.