Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1915)
Entstehung
Seite
157
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jedoch mit allen Arbeiten speziellen Inhaltes in den Fußnoten der nach­folgenden Seiten.

Bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Verhältnisse glaubte ich mich nicht zu umfangreich fassen zu müssen, weil bei der durch ihre natürliche Lage begründeten notwendigen Einbeziehung der Inseln Pemba und Sansibar das behandelte Gebiet politisch und damit in hohem Grade auch wirtschaftlich zerschnitten wird. Dies bedingt eine große Schwierigkeit und Weitläufigkeit in der Behandlung mancher wirtschaftlichen Fragen, die überdies besser in eine Gesamtbehandlung einer Kolonie ein­zupassen sind. Es kommt eben hinzu, daß die handelsstatistischen und anderweiten Angaben zumeist keinen Einblick in die Verhältnisse der einen hier ausschließlich zu behandelnden natürlichen Landschaft bieten, sondern sich auf die ganze Kolonie beziehen. Aus allen diesen Gründen glaubte ich daher, diesem Kapitel mehr als den bisherigen die Form einer Übersicht geben zu müssen, während ich mich nur im Abschnitte Pro­duktion bei einigen mir für das Küsten-Land besonders wichtig er­scheinenden Artikeln etwas ausführlicher auslassen werde.

II. Die Produktion.

Produkte von wildlebenden Pflanzen.

Die Sammeltätigkeit der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas nimmt, man kann wohl sagen erfreulicherweise, immer mehr ab und läßt in gleichem Maße neuen Eingeborenenkulturen Zeit zur Betätigung. Die Blütezeit für die Sammelprodukte war die Periode der europäischen Handelshäuser in Sansibar unter der omanarabischen Vorherrschaft des Plantagenbaues. Seit dem Beginn der deutschen Kolonisation und der bald folgenden ersten Anlage von Plantagen durch Europäer hat sie mehr und mehr an Be­deutung verloren, soweit sie nicht an sich als wucherndes Raubbausystem sich selbst diese Bedeutung untergrub.

Für das Küstengebiet kommen als Produkte der Sammeltätigkeit im wesentlichen nur wilder Kautschuk und Kopalharz in Betracht. Die hohen Kautschukpreise im Anfänge des Etatsjahres 1910/11 bewirkten eine vorübergehende Steigerung der Sammeltätigkeit. An Wildkautschuk wurden 1910 329811 kg im Werte von 2902945 Mark aus der Gesamt-

Fruwirth, C.: Die Züchtung der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Band V. Die Ziichty. kolonialer Gewächse. Berlin 1912.

Zimmermann, E.: Die ostafrikanische Zentralbalin, der Tanganyikaverkelir und die ost­afrikanischen Finanzen. Berlin.

Hill mann: Studienreise nach Deutsch-Ostafrika. Jahrbuch der deutschen Landwirtschafts­gesellschaft. Band 26, 1911. S. 619-629.