nach China exportiert. Im Jahre 1907 hat die »Trepang Limited« ihre, inzwischen nicht mehr abgabenfreie Konzession aufgegeben. Die Trepangfischerei lohnt nicht wegen der großen Kosten für Taucher. Auch ein anderes europäisches Fischereiunternehmen stellte im fahre 1910 infolge ungenügenden Verdienstes den Betrieb ein. Trotzdem wird zweifellos eine auf Kenntnis der von den Monsunen abhängigen Fischzüge beruhende Hochseefischerei nicht ohne Erfolg sein können . 1
Ebenso wie die Trepangfischerei ist auch das Sammeln von Muscheln und Korallen als unrentabel wieder aufgegeben worden. Es dürfte jedoch die Fischerei von Kaurimuscheln, Perlmutter und anderen Konchylien (zu Schmuckzwecken), sowie von Schildpatt für Eingeborenenbetrieb wohl lohnend sein. Es wurden 1907 für 44,810 Mark hiervon ausgeführt. Perlen- und Schwammfischerei wird im kleinen noch von einzelnen Arabern betrieben . 2
Produkte der Viehzucht.
Die Rindvieh zu cht spielt bei der eingeborenen Küstenbevölkerung die allergeringste Rolle , 3 und auch für europäische Unternehmungen wird das Küstenland nie ein Idealgebiet der Viehzucht werden. Es wäre jedoch zu wünschen — und die Anfänge dazu sind auch bereits vorhanden (Denkschrift 1911 12, S. 25) — daß die Haltung guter Rindviehrassen wenigstens in der Nähe der größeren Küstenplätze soweit gefördert würde, daß für den Bedarf der Europäer stets frisches Fleisch und Milch in genügender Menge zur Verfügung stände.
Es ist bekannt, daß, während heute der Süden unserer Küste fast frei von Rindern ist, in früherer Zeit in der Gegend von Kilwa viele Rinder existierten, da sie bei Vasco da Gamas zweiter Reise 1502 erwähnt werden; es dürfte jedoch zu bezweifeln sein, daß dieses Vieh der Eingeborenenbevölkerung zu eigen war, es werden vielmehr vermutlich die zahlreichen Kolonisten der Schirazi-Periode die Rindvieh haltenden Leute gewesen sein. (Vergl.auch Hahn: Haustiere, Leipzig 1896, S. 108/09).
Zur Wiederherstellung eines größeren Viehbestandes im Küstengebiete ist zunächst eine erfolgreiche Bekämpfung der mannigfachen Viehseuchen, vor allein des Texasfiebers und des sogenannten Küstenfiebers er-
1 Die deutschen Schutzgebiete 1911/15. S. 45.
2 Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee 1911/11. Amtliche Jahresberichte, herausgegeben vom Reichs>Kolonialamt. Berlin 1915. S. 56.
3 Eine Ausnahme mögen die den metamorphischen Bantu angehörigen Wassegeju an der 1 angaküste machen, von denen Baumann einen eigenartigen Hochzeitsbrauch erzählt, bei dem ein Rind benutzt wird, was regelmäliigen Besitz eines solchen, also Rindviehhaltung voraussetzt. Bei den übrigen Küstenbewohnern spielt bei ähnlichen zeremoniellen Handlungen meines Wissens immer nur die Ziege eine ähnliche Rolle.
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