Tabak wird überall im Küstengebiet und auf den vorgelagerten Inseln in kleinen Quantitäten von den Eingeborenen gebaut, in größerem Umfange zum Beispiel noch im Hinterlande Lindis. Bemerkenswert ist, daß die Wahadimu den Tabak ebenso wie Betelpfeffer und Paprika auch auf dem unfruchtbaren und trockenen, steinigen Korallenkalklande im östlichen Sansibar ziehen.
Von der Küste wird der Tabak nur nach Sansibar ausgeführt. Das von den Negern gezogene Produkt wird meist zum Kauen (mit Betel) benutzt, während zum Rauchen — namentlich in Form von Cigaretten — wohl fast ausschließlich eingeführte Ware im Gebrauch ist. Die Versuche, Tabak im Großen unter europäischer Leitung im Küstengebiete (Rufiji-Delta) und auf den Inseln (Sansibar) zu ziehen, mißlangen vollkommen.
Produkte des Plantagengroßbetriebes der Europäer.
Die wichtigsten Pflanzen des Plantagengroßbetriebes sind, wie für ganz Ostafrika, so auch für das Küstengebiet die Sisalagave (Agave rigida var. sisalana) 1 und der Kautschuk-Maniok (Manihot Glaziovii). Erstere, eine ausgesprochene tropische Trockenpflanze, nimmt mit schlechtem Boden vorlieb und verträgt die Dürreperioden sehr gut. Sie ist daher für die durchlässigen Sandböden der Küstenterrasse sehr geeignet. Die Agave wurde 1893 aus Florida in unsere Kolonie eingeführt und lieferte bereits 1903 422066 kg daraus gewonnenen Hanfes im Werte von 324116 Mark für den Export. 1911 waren in unserer Kolonie im ganzen 54 Sisalpflanzungen mit einer bebauten Fläche von 19050 ha und einer ertragfähigen von 7655 ha vorhanden. 1912 betrug das mit Sisal bepflanzte Areal 24751 ha mit 14 359 ha schnittreifer Pflanzen. Die Gesamtausfuhr an Sisalhanf betrug:
4000 t im Werte von 2950000Mark
im Jahre 1908
„ „ 1909
„ „ 1910
„ „ 1911
„ „ I9>2
5284 t „ 7228 t „ 11213 t „ 1 7 079 t „
2333000 „
3012 OOO „ 4 532 249 „
7 359 219 „
Es wurden für Sisalhanf (im Jahre 1910/11) gezahlt 1 . Qualität bis 580, geringste bis 300 Mark, und von einigen Plantagen wurden recht hohe Gewinne erzielt.
1 K. Braun: Die Sisalagave, »Der Pflanzer«, Jahrgang X, 1914, S. 95- 107.
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