Weiter südlich in der Breite des Hatajwahügels etwa beginnt mit der auf einem großen Riff gelegenen, buschbedeckten und von einem Leuchtturm überragten Felsinsel Chumbe die Zahl der in südöstlich gestreckten Zügen angeordneten Korallenkalkinseln in der Nachbarschaft des südwestlichen Sansibar. Zwischen Chumbe und der vom Hatajwa gekrönten Halbinsel liegen auf einem langgestreckten, bis 27 mWassertiefen abschließenden Riff die kleinen Tele-lnseln; in der ungefähren Verlängerung der genannten Halbinsel sind dieKomonda-Klippen, Kwale undPungume gelegen und einwärts davon in der Menai-Bucht Miwi und Nyamembe. Alle sind mit dichtem Busch bedeckt und dienen zum Teil Fischern zum vorübergehenden Aufenthalt. Die langgestreckte, teilweise bebaute Insel Ukanga gliedert den innersten Teil der Menai-Bai in die westliche Kombeni- und die östliche Kiwani-Bucht. Sie liegt schon auf dem Saumriff der Insel Sansibar und ist mit dieser durch Mangrowegehölz verbunden. 1
VII. Die Insel Pemba.
Allgemeines.
D ie Insel Pemba ist nicht nur durch einen weit tieferen Kanal von der Festlandsküste getrennt als die beiden anderen großen Inseln Mafia und Sansibar, sondern auch weiter vom Festlande und für die Küstenfahrer außer Sicht gelegen. Hierdurch wird es verständlich, daß die Insel in der Geschichte keine besonders große Rolle spielt und auch in der Neuzeit sich dem Ansturm der modernen Kultur am meisten widersetzt hat.
Der Name unserer Insel wird von dem Swahili-Zeitwort ku pemba abgeleitet, welches etwa »sich langsam, vorsichtig nähern« heißt, und von den Schiffern herrühren soll, die durch die gefährlichen Riffe vor der Insel mit Vorsicht an dieselbe heranzufahren gezwungen werden. Arabisch heißt die Insel El Chotera oder El Hüthera, »die Grüne«, ein wenig gebräuchlicher Name.
Lange Jahrhunderte gehörte Pemba zum schirazischen Reiche Kilwa. Aus dieser Periode mag das alte Zinnenfort stammen, das sich am Strande bei dem jetzigen Hauptorte der Insel Chake-Chake erhebt und später, wie die alten, dort erhaltenen Kanonen anzeigen, von Portugiesen besetzt war. 2 Auch auf der Pemba im Südwesten vorgelagerten Nebeninsel
1 O. Baumann: Die Insel Sansibar. Leipzig 1897. S. 30 bis 46.
E. Werth: Tumbatu, die Insel der Watumbatu. »Globus«, Bd. LXX 1 V, 1898. S. 169 bis 175.
2 Baumann: Die Insel Pemba. S. 14.