Ostafrikas darstellt, die auch zwischen dem Rowuma und dem Grenzkap fast überall von einem breiten Saumriff eingefaßt wird.
Das Plateauland südlich vom Rowuma ist mit sehr dichtem Busch bedeckt, der vielfach ausschießlich aus Bambus besteht und nur selten von offenerem Steppenwald vertreten wird. Am Plateaurande an der Rowuma- Ebene wird der Wald so üppig, daß er stellenweise fast einem tropischen Regenwalde gleicht. Das Terrassenland an der Küste zwischen Rowuma und Kap Delgado ist mit lichter Buschsteppe mit vielen Dumpalmen und auf Korallenkalkboden mit dichtem Busch mit vereinzelten Cycadeen bestanden. An den Streifen sandigen Strandlandes wachsen in langen Reihen schlanke Casuarinen, und die Krieks sind mit Rändern dichten Mangrowengehölzes versehen. 1
Flußpferde kommen in den Krieks und in einigen Teichen der Küstenzone ziemlich zahlreich vor und gefährden kleinere Boote; vereinzelt gibt es größere Antilopen. Der dichte Urbusch in der Gegend von Kionga ist der einzige Platz Deutsch-Ostafrikas, wo das Nashorn noch dicht an der Küste vorkommt. 2
V. Die Insel Mafia.
Allgemeines.
M afia ist die südlichste und kleinste der drei großen der deutschostafrikanischen Küste vorgelagerten Inseln, die einzige, welche nach dem deutsch-englischen Abkommen vom i. juli 1890 in deutschem Besitz verblieben ist. Unmittelbar vor der ausgedehnten und weit in die See vorgeschobenen Mündung des Rufiji gelegen, ist sie auch erheblich näher an die Kontinentalküste gerückt, indem die Westspitze der Insel (Ras Kisimani) nur 17 km von der Außenkante des Rufijideltas entfernt ist.
Der Name der Insel ist den Eingeborenen nur in der Verbindung Kisimani-Mafia bekannt, womit eine Örtlichkeit an ebengenanntem Westkap bezeichnet wird. Die ganze Insel wird dagegen von den Swahili stets C h o 1 e genannt; und zwar unterscheiden diese C h o I e m j i n i, d. h. die Stadt Chole, die auf dem gleichnamigen Nachbareiland Mafias liegt, und Chole shamba, d. i. Chole-Land, womit sie die Hauptinsel meinen. Nur von den Arabern wird letztere zumeist Mafia oder genauer »Mafya« genannt. In den Chroniken heißt sie oft auch Monfia. Unsere Insel scheint schon gegen das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung von Ali bin Hassan, dem aus Schiraz eingewanderten Begründer des Reiches
1 S t u h 1 m a n n: a. a. O. S. 185.
2 S t u h I m a n n: a. a. O. S. 185. — p o n c k : Deutsdi-Ostafrika, S. 258.