Insel zwischen Mafia und Kilwa. Das Hauptdorf Maweni liegt im Korallenkalklande im Innern der Insel; weitere Siedelungen sind Kisuni, Makondeni und Pembeni auf der Südostseite am sandigen Strande zwischen Casuarinen, Kokos und Papayabäumen. An der Nordwestspitze ist die kleine Fischer-Ansiedelung Funguni, mit Kokospalmen. Nicht weit davon, bei Ebbe durch eine trocken fallende Sandbank mit der Hauptinsel verbunden, liegt das kleine, mit Gestrüpp und Casuarinen bewachsene Sandinselchen Pumbavu, während auf der Südostseite Ssongo- Ssongos die Kiruani-Felsen sich erheben. Schließlich sei noch die kleine mit AfFenbrotbäumen bestandene Insel Ssimaya genannt, im nördlichsten Teil des Riffschwarmes, östlich vom Ras Pombwe (am südlichsten Teil des Rufiji-Deltas). 1 Die näher an Mafia gelegenen Inseln und Inselchen sollen weiter unten zusammen mit der großen Hauptinsel behandelt werden.
IV. Die Südküste.
Allgemeines.
I n der Gegend von Kilwa-Kiwindye erreicht der kontinentale Steilabfall wieder die Nähe der Festlandsküste, und es beginnt der dritte und südlichste natürliche Küstenabschnitt unserer Kolonie, der in vieler Beziehung dem nördlichsten, der Tanga-Küste, gleicht. Zwar fehlt der Südküste ein fortlaufendes Außen-(Barrier-)Riff, doch finden sich kürzere Strecken, die den Charakter eines solchen tragen: so gleich im Norden die 25 km lange Reihe von Riffen und Untiefen, die vor der von Kilwa in südöstlicher Richtung sich erstreckenden Halbinsel hinzieht und im Süden hakenförmig mit dieser verbunden ist. Einer in Form und Ausdehnung ganz ähnlichen Bildung begegnen wir dann weiterhin ganz im Süden, nördlich von der Rowuma-Mündung, in den die Mnasi-Bai umfassenden Riffen, Inseln sowie der Halbinsel von Msimbati. Dadurch aber, daß hier die Riffe von Landmassen überragt werden, bildet die Mnasi-Bai mit ihrer Umfassung den Übergang zu der Küstenkonfiguration in der Gegend des Kilwa-Kissiwani-Hafens, die wiederum auffallend an die zwischen der Boma-Halbinsel und der Insel Yambe gelegene Strecke der Tangaküste erinnert. Die als ertrunkene Talstücke erkannten Hafenbuchten finden sich entsprechend der fast dreimal so großen Längsausdehnung der Südküste in noch größerer Zahl und schönerer Ausbildung als an der Tangakiiste; der Mawudyi-Kriek bei Kilwa-Kissiwani, der K i s w e r e - H a f e n,
1 Handbuch der Ostküste Afrikas. 3. Auflage. 1912. S. 31S — 323. — Baurnann, O.: Die Insel Mafia. S. 31 und 32.
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