Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1915)
Entstehung
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grund. Die Eingeborenen bringen die Landeserzeugnisse hauptsächlich auf Flößen, die aus dem leichten Holz der Raphia-Palme hergestellt sind, den Fluß herunter. Die Wasserführung des Panganiflusses ist von der Jahreszeit abhängig; Fahrzeuge von höchstens i m Tiefgang können selbst in der Trockenzeit bei Hochwasser bis Chogwe fahren; weiter flußauf bis 2 km unterhalb der Margareten-Fälle, bei Austritt des Pangani aus dem Gneislande, können sie immer gelangen. Im Juni ist der Wasserstand am höchsten und im Januar am niedrigsten. Die Gezeiten machen sich im Fluß bis etwa 22 Seemeilen oberhalb der Mündung bemerkbar; 6 See­meilen oberhalb der Mündung enden die den Fluß besonders auf der Süd­seite begleitenden Mangrowesümpfe, und die Ufer sind bebaut, namentlich mit Zuckerrohr. Viele Pflanzungen werden bei Springtide überflutet. Die Hauptplätze am unteren Pangani sind Pombwe, an der zweiten nach Nord ausbiegenden Schleife des Flusses, wo wöchentlicher Markt ist und indische Lagerhäuser sich finden, und Chogwe an der dritten Fluß­mündung, wo der Weg zur Plantage Lewa in Bondei abgeht. Oberhalb Pombwe wächst die Ölpalme am Fluß, der, von Niederungen eingefaßt, zwischen hügeligem Steppenlande dahinfließt. Krokodile sind im Fluß noch häufig, während die Flußpferde sich vor der Jagdlust der Europäer stark zurückgezogen haben. 1

III. Die Mittelküste.

Allgemeines.

W enig südlich der Panganimiindung wendet sich der Steilabfall des Kontinentalschelfs, der bis dahin die Festlandsküste in geringem Abstande begleitet hatte, im Bogen ostwärts der Nordspitze der Insel Sansibar zu, um auf deren Ostseite weiter zu ziehen. In gleichem Maße mit der Entfernung des Steilabfalls von der Küste löst sieh das bis dahin ziemlich einheitliche »Außenriff« (Barrierriff) in eine Anzahl unregelmäßig gelagerter »Flachseeriffe« auf, die zwischen der Pangani- und der Mssan- gassi-Mündung das flache Küstenwasser erfüllen. Erst in der Gegend von Daressalam tritt der von der Südspitze Sansibars in südwestlicher Richtung herüberziehende Steilabfall wieder dicht an die Festlandsküste heran und begleitet diese bis zum Ras Mwambamku.

Diese von dem seichten Wasser des Sansibar-Kanals bespülte Fest­landsküste, die von der Panganimiindung bis Daressalam eine ungefähre Länge von 185 km hat, fällt so sanft gegen die geringen Tiefen des Meeres ab, daß bei Ebbe, die hier um 4,5 m gegen Springhochwasser fällt, ein

1 Handbuch der Ostküste Afrikus. 1912. S. 265 ff.

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