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Deutschland als Kolonialmacht : Dreißig Jahre deutsche Kolonialgeschichte / Hrsg. vom Kaiser-Wilhelm-Dank Verein d. Soldatenfreunde
Entstehung
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über Brisbane nach Rabaul (Reisezeit bis hier nur 8 bis 9 Tage), dann über Friedrich- Wilhelmshafen, Maron, Angaur, Manila nach Hongkong, von dort weiter über Kobe nach Yokohama. Der Dienst auf dieser Linie ist vierwöchentlich nach jeder Richtung und wird von drei Dampfern aufrechterhalten. Die zweite Linie verbindet unsere Kolonie Neuguinea mit Singapore, von wo direkte Verbindung nach Europa bzw. Ostasien durch die großeu Dampfer der asiatischen Hauptlinie vermittelt wird. Folgende Häfen werden auf der Fahrt nach Singapore angelaufen: Käwieng, Peterhafen, Rabaul, Morobe, Finschhafen, Erimahafen (Stephansort), Friedrich-Wilhelmshafen, Alexis- hafen, Potsdamhafen, Eitape, Banda, Amboina, Makassar und zum Schluß Batavia. Der Dienst ist zehnwöchentlich. Leider wird dieser Weg, der ja allerdings ein wenig zeitraubend ist, weil viele Häfen besucht werden, von Reisenden wenig benutzt. Zu Unrecht, denn er ist ungemein interessant, vor allem bietet er die Möglichkeit, sämtliche Niederlassungen Kaiser-Wilhelms-Landes, die einigermaßen von Bedeutung sind, kennen zu lernen.

Die Karolinen und Marianen.

Nördlich unseres'alten mehr oder weniger geschlossenen Neuguiueagebietes liegeu, ausgeschwärmt, gleich wie eine Vorpostenkette, die Karolinen mit den noch weiter vorgeschobenen Marianen, während auf dem rechten Flügel die Marshallinseln die Seitendeckung bilden. Die Gesamtzahl aller dieser Inseln wird auf ungefähr 1000 angenommen, von denen die weitaus meisten winzige Eilande sind, deren Flächen­raum nur wenige Quadratkilometer beträgt. Diese Inseln sind hauptsächlich korallischer Entstehung und zeigen darum nur geringe Bodenerhebungen. Größere basaltische bzw. vulkanische Inseln gibt es nur wenige. Von den Karolinen haben nur fünf wenn man die Trukinseln als ein Ganzes rechnet, von den Marianen nur vier Inseln einen größeren Flächenraum als 1000 Hkm, während die Marshallgruppe nur aus kleinereu Koralleninseln, fast alle zu kranzartigen Atollen geordnet, besteht. Wegen der durch­schnittlich so geringen Flächenausdehnung der genannten Inselgruppen, denen geo­graphisch neben unbedeutenderen noch die englische Gilbertgruppe zuzurechnen ist, wird dieses ganze JnselgebietMikronesien" genannt, was vielleicht mitKleininsulinde" übersetzbar ist. Diese winzigen Landeinheiten verschwinden in den riesigen Fluten des Ozeans um so mehr, als sie sich über eine Meeresfläche verteilen, welche von Ost nach West etwa so lang ist wie die Strecke von Paris bis Astrachan bei einer durch­schnittlichen Breite der Luftlinienentfernung Roms von Konstantinopel. Auf etwa 2000 Hkru Wasser kommt durchschnittlich nicht mehr als nur 1 hkni Land.

Die räumlich größte der Inselgruppen Deutsch-Mikronesiens ist der Karolinen­archipel. Die etwa 800 Inseln dieser Gruppe erstrecken sich vom 132. bis 164. Grade östlicher Länge und sind nach Norden durch den 10., nach Süden durch den 4. Breitegrad abgegrenzt. Die größten dieser Inseln sind von Ost nach West: Kusaie mit etwa 110, Ponape mit 347, Truk mit 132, Map mit 207, Baobeltaob (Palauinseln) mit über 300<i1<ili. Diese ausnahmslos basaltischen Berginseln sind meist von kleineren Ab- splitternngen derselben Entstehungsart, aber auch vielfach von einem Kranze korallischer Eilande umgeben. Letzteres ist vornehmlich bei der Truk- und der PalaugruPPe der Fall. Die Berge erreichen aber auf keiner dieser Inseln Höhen, wie sie auf dem Bis- marckarchipel angetroffen werden. Die größten Erhebungen finden sich auf Ponape, wo sie nicht ganz bis an 900 heranreichen.

Kusaie ist fast ganz mit Bergen ausgefüllt, deren zackige Formen ihre vulkanische Entstehung schon von weitem verraten. Flaches Land ist nur wenig vorhanden. Nichts­destoweniger deckt ein einziger dichter Urwald die ganze Insel, da in dem Lavageröll selbst der steilsten Hänge die Wurzeln der Baumriesen mehr als hinreichende. Nahrung finden.

Ponape'zeichnet sich aus durch eine stark zerrissene Küstenlinie. Fjordartig schneiden