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Deutschland als Kolonialmacht : Dreißig Jahre deutsche Kolonialgeschichte / Hrsg. vom Kaiser-Wilhelm-Dank Verein d. Soldatenfreunde
Entstehung
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bildet sich eine weitere auf dem Hochlande von Ngaundere, die Basaltdecken aufweist.

Der Boden der Kolonie ist zum größten Teil mit roten, lehmigen, sandigen Verwitterungsprodukten bedeckt, wie sie meist in tropischen Gebieten vorkommen. Ist diesem Produkt Brauneisenstein beigemischt, so nennt man es Laterit. Als besonders fruchtbar kann dieser Boden nicht angesprochen werden.

In den regenreichen Gebieten sind die Humusböden zahlreicher, häufig in den sumpfigen, mit Wald bedeckten Niederungen. Im Tschadseebecken kommen ausgedehnte Sumpfböden vor, die monatelang unter Wasser stehen. Die Niede­rungen südlich des Sees sind von einem schwarzeil, humusreichen Boden bedeckt, der eine Dicke bis zu einem halben Meter bat und von den Eingeborenen Firki genannt wird. In der Regenzeit bildet dieser Firki einen schwarzen, zähen Schlamm, der schwer zu durchwaten ist, in der Trockenzeit reißt er mit tiefen Rissen in große Schollen auseinander. Ein unangenehmer, schwarzer Staub erhebt sich während dieser Zeit bei jedem Windstoß. In einem großen Teile des trockenen Nordens kommt ein rötlicher Sand vor, der aus der Verwitterung von Gesteinen entstanden ist.

Klima.

Unsere Kenntnisse über das Klima Kameruns sind vorläufig noch recht lücken­haft. Feste meteorologische Stationen sind mit Ausnahme einiger weniger erst im Entstehen. An der Küste ist darin etwas mehr geleistet worden, während im Innern das Stadium der klimatischen Verhältnisse sehr im Argen liegt. Es ist nur Bali und Jaunde, wo längere Zeit Beobachtungen gemacht worden sind. Für die nördlichsten Gebiete muß man auf die alten Reisenden Barth und Nachtigal zu­rückgreifen. In den Nachbargebieten sind nur von Franzosen eingehendere Studien vorgenommen worden.

Ebenso wie in seiner Oberflächengestaltung Kamerun sehr vielgestaltig ist, sind auch seine meteorologischen Verhältnisse sehr verschieden. Das Klima ressor- tiert von den großen Luftdruckzonen im Norden der Sahara, im Süden dem Kongo und dem Kalaharibecken. Eine bedeutende Rolle spielt ferner das tiefe Eingreifen des Meerbusens von Guinea und der geologische Aufbau. Wir können hauptsächlich fünf verschiedene klimatische Gebiete unterscheiden, nämlich:

das Küstengebiet,

die hohen Gebirge,

die Hochfläche des Plateaus,

die Gebirgsmassive Adamauas,

das Tiefland am Tsadsee. Sehr gering sind die Jahresschwankungen im Küstengebiet, die nur zwischen 25 und 28° schwanken. Der Gegensatz zwischen Tag und Nacht ist etwas stärker. In Duala beträgt er 5,3°. Dieser Gegensatz nimmt nach dem Innern hin be­deutend zu.

Zu der geographischen Lage (ca. 4 ° nördlicher Breite) kann man die Tempe­ratur des Kameruner Küstengebietes als niedrig betrachten. Sie beträgt nämlich 25,5° im Jahr. Die Ursache dafür liegt darin, daß der vorwiegende Seewind die Temperatur abkühlt, ferner daß der Urwald einen großenTeil der Hitze resorbiert.

Ganz anders liegen die Verhältnisse auf den hohen Gebirgen, z. B. dem Kamerunberg. Die Temperatur nimmt nach der Höhe zu ab, und es kommt hinzu, daß der dort herrschende Nordostpassat stark auf das Klima einwirkt. So ist es kälter als man von der relativen Höhe erwarten müßte. Buea, das auf ca. 980 m liegt, hat eine mittlere Jahrestemperatur von 19,6".

Das Hochplateau Kameruns zeigt bedeutend stärkere Temperaturschwankungen