Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1895)
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2. Der Kismnrrk-Archipel

Wenn schon die Erforschung von Deutsch-Neu-Guinea wesentliche Lücken auszuweisen hat und der wissenschaft­lichen Arbeit noch einen weiten Spielraum läßt, so ist dies in noch viel höherem Grade mit der Inselwelt der Fall, welche im Norden und Osten von Kaiser Wilhelms- Land innerhalb des deutschen Schutzgebiets liegt.

Der Bismarck-Archipel in einer Flächenausdehnung von ca. 52 000 cillm umfaßt im wesentlichen von Norden nach Süden die mit ihrer Westküste einen Halbkreis um­schließenden Inseln Neu-Hannover, Neu-Mecklenburg und Neu-Pommern; zwischen der Nordostecke von Neu-Pom- mern und dem Südzipfel von Neu-Mecklenburg liegt ferner die Insel Neu-Lauenburg, und westlich von Neu- Hannover sind die Admiralitäts-Jnseln. Rings um die genannten großen Inseln herum schlingt sich ein Kranz von kleinen Eilanden. Von einer eigentlichen Erforschung des ganzen Archipels ist bisher noch nicht die Rede.

Im Gegensatz znm kontinentalen Nen-Guinea tragen die Eilande des Bismarck-Archipels einen durchaus insu­laren Charakter.

Ihre Erhebung ist, abgesehen von den vulkanischen Piks desVater" und der Villaumez-Halbinsel an der Nordküste von Neu-Pommern, sowie von den, den süd­westlichen Teil von Neu-Mecklenburg erfüllenden schroffen Bergketten gering, und wenn schon diese beiden Inseln immerhin dreihundert, bezw. zweihundert Seemeilen lang sind, so dringt die erfrischende Seebrise doch über ihre ganze Breite hin. Es steht nichts im Wege, daß, wie in Java die Kokosnußpalme den von Nord nach Süd ziehenden Reisenden niemals verläßt, oder Scharen weißer Kohlraupenschmetterlinge nach einer anmutigen Sage Sendlinge einer verlassenen Prinzessin an ihren Ge­liebten von dem Süd- nach dem Nordufer wandern, auch auf den größten Inseln des Archipels über deren