Drittes Kapitel Deutsch - Südwestafrika 1. Die geographische und wirtschaftliche Lage
Im südlichen Teile der Westküste Afrikas, mit der nördlichsten Grenze an die tropische Zone heranreichend, liegt Deutsch-Südwestafrika, hervorgegangen aus Deutschlands erster Kolonie Angra-Pequena, ein Name, der seit 1884 in aller Munde ist und „kleine Bucht" bedeutet. Die jetzige Größe dieses Schutzgebietes, welches das Deutsche Reich fast um ^/g seines Flächeninhalts überragt, beträgt 835 000 c^llra, die Küstenausdehnung 1350 irrn. Die Bevölkerungsdichtigkeit aber in dieser Kolonie ist eine ungeheuer geringe. Genaue Angaben lassen sich nicht machen, indes dürfte sich die Einwohnerzahl keinesfalls über 300000 belaufen. Die Grenzen der Kolonie werden dem Leser aus der dem Buche beigefügten Karte ersichtlich. Im Norden reicht Deutsch-Südwestafrika an portugiesisches Schutzgebiet heran, während uns im Süden die englische Kapkolonie benachbart ist. Zu der letzteren gehört auch das um den 23. Breitengrad herum sich ausdehnende Gebiet der Walfisch-Bai, welche bis vor kurzem noch als die beste Bucht der ganzen Küste galt, außerdem eine Reihe von Inseln, die der deutschen Küste vorgelagert sind. Es sind dies von Norden an gerechnet, die Hollams Bird, die Merkury, Jchaboe, Halifax, Long, Possession, Pomona, Plum Pudding und Roast Beef Islands. Die deutschen