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Zweites Aapitel Das Togoland
1. Das Jan- und seine Bevölkerung
Etwa unter dem 6. Grad nördl. Br. dehnt sich an der Sklavenküste, mit einem schmalen Küstenstreifen beginnend, die kleinste der deutschen Kolonien,'das Togoland, nach dem Inneren des Festlandes und zwar nach Norden hin aus. Die Küstenausdehnung der Kolonie beträgt nur 36 kni. Im übrigen sind die Grenzen derselben im Innern durch Verträge mit den Kolonialmächten nur im Osten und im Westen festgesetzt; im Norden ist eine bestimmte Grenzlinie noch nicht gezogen. Der Deutschland gesicherte Besitz umfaßt circa 70000 gkm, also etwa den fünften Teil des Flächeninhalts vom Königreich Preußen. An das Togoland grenzt im Osten französischer und im Westen englischer Kolonialbesitz. Die Küstengliederung des Togolandes, sowie der gesamten Gold- und Sklavenküste überhaupt ist eine sehr geringe, trotzdem dort einzelne Flüsse münden. Häfen hat das Togoland gar nicht auszuweisen. Die Dampfer müssen auf hoher See vor Anker gehen; Eingeborne vermitteln bei der dort herrschenden ungeheuren Brandung nicht ohne'große Schwierigkeiten und Gefahren durch ihre Fahrzeuge den Verkehr zwischen den Dampfern und den Küstenplätzen; zu manchen Zeiten ist der Bootsverkehr mit den Schiffen überhaupt gänzlich ausgeschlossen. Trotzdem hat das einträgliche Geschäft des Sklavenhandels und des Goldeintausches schon seit Jahrhunderten Europäer nach jener unwirtlichen Küste hingeführt. An dieser selbst zieht sich ein ganz kahler schmaler Streifen von gelbem Sand hin, hinter dem eine ursprünglich zusammenhängende Reihe von Lagunen folgt,