3. Kapitel: Die Religion.
I. Der Himmel und die Himmelsgötter.
1. Der Himmel.
Es gibt nur einen Himmel, der der Wohnort Gottes ist. Die Gestalt des ersten Hi mm els ist flach wie diejenige der Erde. Man sagt, daß alle diejenigen, die bei Gott wohnen, Schwänze haben.
2. Die Himmelsgötter.
a. Mawu Sodza.
Maiou Sodza ist der Gott, der den Menschen Kaurimuscheln gibt. Die Bedeutung von Maiou ist folgende: Eines Tages geschah es, daß ein Mann etwas in seiner Hand trug, und seine Bruder frugen ihn, wer ihm das gegeben habe? Er antwortete: „Ein Mann, der dort in der Ferne wohnt, hat es mir gegeben.“ Da jener Mann alle Leute so sehr beschenkte, so sagte man: „Jener Mann verteilt sehr viele Geschenke,“ oder: „Er verteilt Geschenke über die Maßen,“ deswegen nennt man auch jenen großen Mann Mäwu. Das hat mir einstens mein Großvater erzählt.
Einige Namen des Sodza sind folgende: Hagbeno, lägbeno, d. h.: Er ist der Besitzer von allem, von Tieren und Palmwein. Die Gestalt des Sodza ist wie die Gestalt der Menschen. Man sagt, daß er es sei, der die Welt und alles, was darinnen sei, gemacht habe.
b. Mawu Sowlui.
Mawu Soiolui ist der Gott, der die Menschen, bei welchen er wohnt, mit Kaurimuscheln beschenkt. Man nennt ihn auch: Woe kaba ne madzo, „Mach schnell, damit ich wieder gehen kann!“ Wenn er einem Menschen Kaurimuscheln gibt, so geht es nicht mehr lange, bis der Mensch stirbt. Die Bedeutung des Namens Sowlui ist: Spender der Reichtümer.
II. Die Erdengötter (trgwo).
1. Kpetsu.
Der wichtigste trZ der Kpengeer ist Kpetsu. Der Priester dieses trZ ist ein Mann; denn der trZ will keine Frau als Priesterin haben.