Schluß.
Um zu einer gerechten Würdigung der bisherigen Ergebnisse der jungen Baumwollkultur in den Schutzgebieten Deutsch-Ostafrika und Togo zu gelangen, hat man sich — als Ausgangspunkt der Betrachtung — zu vergegenwärtigen, wie beschaffen die Aufgabe war, die man mit Einführung des Baumwollbaues in diesen Kolonien unternahm, und welche Vorbedingungen für ihre Lösung bei Anbeginn der Arbeit vorhanden waren.
Es galt nicht Geringeres, als in Gebieten, die nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit damals mit Fug und Recht noch als „schlafende“ Länder betrachtet werden konnten, deren Produktionsverhältnisse von alteingebürgerten Gewohnheiten und einer vorwiegend primitiven Technik beherrscht wurden, und deren Eingeborene an ihren Traditionen und ihrer Technik mehr oder weniger zäh festhalten, eine neue Kultur einzuführen und diese Kultur in die örtlich sehr verschieden gestalteten Wirtschaftbetriebe der Neger einzugliedern. In Deutsch-Ostafrika galt es ferner, eine ihrer Eigenart nach noch völlig unbekannte Scholle unter neuen klimatischen Verhältnissen dem Pflanzer für den Betrieb einer neuen Kultur zu erschließen.
Tatsächlich handelt es sich um eine neue Kultur. Denn, was in den Kolonien an Baumwollbau vorgefunden wurde, verdiente nicht den Namen einer Feldkultur im höheren Sinne.
Roh war der Boden, auf dem man zu arbeiten begann, ungeübt das Menschenmaterial, mit dem man die Arbeit aufnahm. Alle Vorkenntnisse, alle technischen Grundlagen fehlten; es gab im tropischen Afrika überhaupt noch keine Vorbilder, an die man sich hätte anlehnen, geschweige denn eine Schablone, ein Rezept, nach dem man hätte ar-