Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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Außer den Hörnern des Tieres wird noch die Haut verwandt. Bei uns in Ostafrika werden daraus allerdings fast nur die bakorra oder auch kiboko, viboko genannten Peitschenstöcke geschnitten, und zwar aus der Rückenhaut des Rhi- nozerus (kifaru) in bedeutend besserer Qualität als aus der des Flußpferdes (kiboko). Man schneidet lange, vierkantige Riemen ein wenig dicker als ein Daumen, hängt sie an einem Ende auf und beschwert das andere mit einem großen Stein, damit der Streifen gerade trocknet. Die harten kantigen Stücke werden später rund geschnitzt und bisweilen unter Anwendung von Firnis poliert, so daß sie durchscheinend wie Bernstein werden. Sie dienen dann, mit silbernem Knopf verziert, als Spazierstöcke, als Reitpeitschen und auch wohl als Züchtigungs­instrument. Leider werden die Häute selbst noch viel zu wenig exportiert, die meisten werden in der Wildnis achtlos liegen gelassen. Und doch sind sie sehr wertvoll; man stellt aus ihnen und aus denen vom Flußpferd die Lederpolster her, die als Aufschlagpuffer in den Förderanlagen der Bergwerke dienen und die aus keinem anderen Material in derselben Weise herzustellen sein sollen. Fis werden demnach gute Stücke von den getrockneten Häuten dieser beiden Tiere immer hohe Preise erzielen, und es ist zu erwarten, daß bei der Möglich­keit des Transportes der schweren Stücke mit dem Ausbau von Verkehrswegen das wertvolle Material nicht mehr achtlos verkommen, sondern ein Ausfuhr­produkt bilden wird. Allerdings wird bei der Aussicht auf gewinnbringende Ver­wendung die Verfolgung und Vernichtung dieser Tiere auch zunehmen.

Die Buren am Kilimandjaro haben 1906/07 per Wagen eine größere Menge Haut zur Küste gebracht. Es waren mehrere Waggonladungen voll. Der Preis ist ca. 40 Mark pro F'rasilah (35 lbs.).

Aus dem Horn macht man Schnitzereien, besonders Spazierstöcke und Griffe derselben, Dolchgriffe, Säbelgriffe u. a. m. Die Araber des Sudan stellen kleine Becher daraus her; sie glauben, daß alle Gifte darin aufschäumen müssen und fühlen sich deshalb vor Vergiftungen bei Benutzung eines solchen Bechers sicher.

In den letzten Jahren haben einige Jäger sich darauf gelegt, im Osten des Victoria-Sees junge Nashörner lebend zu fangen. 1906/07 sollen 6 tatsächlich zu 50008000 Rup. pro Stück verkauft sein. Aber dabei hat man etwa 5 ° Weibchen der Tiere getötet!! (Amtliche Denkschrift 1906/07, S. 38.)

Die Swahili nennen das Tier kifaru, faru, die Wanyamwezi nipäla, pera, die Waganda nkura, die Wagogo vihera. Line Abart mit langem, schlankem Horn aus dem Massai-Land ist als R. Holmwoodi Sei. beschrieben worden.

11. Viverra orientalis Matsch, und V. malaccensis Gern.

Die Zibeth-Katzen kommen in Ostafrika in diesen beiden Arten vor, die erstere ist in wildem Zustand nicht selten, hat an Nacken und Rücken eine auf- richtbare Mähne. Sie heißt bei den Swahili ugaua , ngawa, in Ugogo iunssi (also Hyäne), in Uganda efumba, bei den V'ambuba asembo , den Wakondjo kitanda. Die zweite, mähnenlose Art soll in Indien heimisch und in Arabien,