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werden, die kleinen Tiere zu töten, denn fast alle in Afrika etablierten Mächte führen diese Maßregel durch. Ferner hat man das Schießen von weiblichen Elefanten ganz verboten. Aber bei der enormen Ausdehnung des Gebietes kann das natürlich niemand kontrollieren, und solche Gesetze sind deshalb nur für die anständigen Jäger wirksam. Endlich hat man in bestimmt bezeichneten Distrikten die Jagd überhaupt, in anderen die auf Elefanten ganz untersagt, eine Maßregel, die recht gut durchzuführen und deshalb wirksam ist. Will man in späterer Zeit den schönen Tieren noch mehr Schutz angedeihen lassen, so muß das erste sein, die Jagd auf sie den Eingeborenen und professionellen Elefantenjägern ganz zu verbieten, da erstere nie zu kontrollieren sind, so lange wir kein ausgedehntes Netz von Verwaltungsposten über das ganze Gebiet wie in einem Kulturland haben, und man muß das Abschießen derselben durch Europäer nur guten Jägern und auch diesen nur das Erlegen von wenigen Stücken gestatten. In einem Lande wie Deutsch-Ostafrika, aus dem selbst nur noch recht wenig Elfenbein mehr kommt, das dort demnach ökonomisch kaum eine Rolle spielt, kann man solche Maßregeln ohne Schaden für die wirtschaftlichen Verhältnisse ergreifen. Den Distriktschefs aber müßte die Entscheidung überlassen bleiben, ob und wieviel Elefanten in ihren Bezirken zur Zeit abzuschießen sind, damit nicht der Fall eintritt, daß diese Tiere eine Plage für die Landleute werden.
5. Fische und Fischprodukte.
Unsere Meere enthalten unendliche Mengen von guten Fischen, die, — in rationeller Weise ausgebeutet —, eine unversiegliche und billige Quelle der Volksernährung für die Küstenleute bilden könnten. Leider liegt aber die Fischerei sehr im Argen, die Boote und Netze der Neger sind sehr primitiv, und nur wo Araber aus Shihiri ansässig sind, wird ein wenig besser gefischt. Die Reusen-Hürden, welche in großen Dreiecken im flachen Wasser aufgebaut werden und in denen bei Ebbe die Fische Zurückbleiben, werden aus Ostafrika schon vom Periplus des Roten Meeres 79 n. Chr. erwähnt. Vor einer Reihe von Jahren habe ich einen Vorschlag ausgearbeitet, die Fischerei bei uns zu heben, indem man als Instruktoren einige auf der Zoologischen Station zu Neapel ausgebildete bischer mit allem Handwerkszeug kommen ließ. Es sollte dabei auch besonders das Salzen und Räuchern der Fische berücksichtigt werden. Eine Kaufmannsfirma hatte sich bereit erklärt, alle Fänge zu einem Einheitspreis zu übernehmen, und ich hatte mir gedacht, daß nach zwei Jahren die Instruktoren dort ein selbständiges Geschäft aufmachen könnten. Leider mußte daß Projekt anderen Aufgaben gegenüber zurückgestellt werden, ist auch nur durchführbar, wenn ein Herr der oberen Verwaltung sich persönlich dauernd der Sache annimmt, bis sie im Gange ist.
Jetzt sind Seefische zwar gut und wohlfeil, aber nicht immer sicher zu