Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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und deren Teilstücken, der Gebrauch von Kauris in Uganda und Bukoba ab, wurde in Uganda sogar amtlich abgeschafift, indem die Regierung die Vorräte von den Schnecken aufkaufte und zu Kalk verbrennen ließ. Und die Zeit wird nicht mehr ferne sein, daß die Eingeborenen von dem Gebrauch der Kauris als Geld nichts mehr wissen. Es wäre deshalb recht verdienstlich, wenn die in jenen Ländern weilenden Herren alle Informationen über die Schnecken und ihre dortige Handelsgeschichte sorgsamst sammeln würden, ehe es zu spät ist.

Zum Schlüsse gebe ich noch einige Namen für die Schnecken, teils nach Balfour und Hertz, teils nach eigenen Informationen:

Haussa kur di Sokoto uuri

m

Bambarre kuht Bornu kungona Arabisch el wadtia, wudä Persisch khar-mahra (khur - mohnu r) =Pferdemuschel Adamaua tschedc Fulbe tjede Yoloff petau

Ibo (Westafrika) igo, igovo Bonny (Westafrika) okubba Fan vama Ewe hotschui

Jaunde imwama Duala mbamba Irangi ndia Baluba mibclla Bakuba paschi

Massai segera, o-scghcrai (sing), 'scghcra (pl.) (H o 11 i s)

Wakami uidani

Swahili, Kisegeyu, Kibondei kaure Nandi (Nordost-Victoria-See) sckeriol

Galla im Nord. v. Br.-Ostafrika sagaria

4. Elephas africanus L.

Der afrikanische Elefant war in alter Zeit offenbar etwas weiter verbreitet als heute, denn es ist kaum anzunehmen, daß die Phönizier ihn durch die Sahara haben kommen lassen, um in den Kriegen Hannibals als Kriegstier zu dienen; sie werden ihn aus den ihnen näher erreichbaren Gegenden mit nicht zu großen Umständen bezogen haben. Vielleicht etwas durch Klimawechsel, besonders aber infolge der Jahrtausende langen Verfolgungen, die dies wertvolle Wild zu er­dulden hatte, verschwand er offenbar aus vielen Gegenden oder wurde dort eine seltene Erscheinung. So ist er auch in Deutsch-Ostafrika allmählich zu einem durchaus nicht mehr häufigen Wild geworden. Noch vor 25 Jahren fand er sich in den küstennahen Gegenden oft an, erreichte am Tana nach J. G. Fischer sogar die Meeresküste. Heute sollen zwar z. B. auch am Fuße der Usambara- Berge bisweilen noch einzelne Exemplare gesehen werden, die vom nördlichen Gebiet her sich verirren; in etwas größerer Anzahl aber sind diese Dickhäuter meines Wissens jetzt nur noch am Kilimandjaro, im Mässai-Land bis zum Vic­toria-See (besonders im Bezirk Shirati), im Westen von Ruanda und Urundi, im Norden von Bukoba, in einzelnen Herden in Usukuma-Unyamwezi und häufiger