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3. Cypraea annulus L.
Die afrikanische Kauri-Schnecke spielte eine Zeit lang im ostafrikanischen Handel eine recht wichtige Rolle, während heute nur noch unbedeutende Mengen davon verschifft werden. Bis zum Jahre 1844 gelangten die Schneckenhäuser der C. moneta L. (der östlichen von den Seyschellen bis zum westlichen Teil des stillen Ozeans vorkommenden Form) von den Malediven (»Tausend-Inseln«) nach Chittagong und Kalkutta und von da über London etc. nach Westafrika, wo sie seit offenbar sehr alter Zeit als Geld dienten. Die Hamburger Firma Adolph Jacob Hertz Söhne versuchte, da sie gerade kleine Segelschiffe zur Verfügung hatte, die Schnecken direkt auf den Malediven einzukaufen; aber die Leute dort wollten sie nicht gegen bares Geld sondern nur gegen Reis und Salz abgeben. Auf der Rückreise lief das Schiff Zanzibar an, und der Kapitän sah dort, daß Mengen einer etwas größeren Art dieser Schnecken, C. annulus (eine bläuliche Art mit gelbem Ring, die mehr im östlichen Teil des indischen Ozeans lebt), zum Kalkbrennen benützt wurden. Versuchsweise kaufte er davon ein und fand bei seiner Ankunft an der afrikanischen Westküste, daß er sie gut verkaufen konnte. Die kleinere Malediven-Art, von der 45—-48000 auf den Zentner gingen, kostete nämlich im Ursprungsland 8—9 Dollar pro Zentner, die größere, blaue Zanzibar-Art, von der nur 18—20000 auf den Zentner gingen, stand 3 /r Dollar (später nach Bur ton V2—L44 Dollar) ein. An der Westküste wurden die ersteren zu 18 Dollar, die anderen zu 8—9 Dollar verkauft, so daß letztere trotz des viel geringeren Preises ein besseres kaufmännisches Resultat brachten. Der Wert des Zentners der Schnecken in Westafrika richtete sich nämlich nach der Anzahl der darin enthaltenen Stücke, die die Münzeinheit waren. Bei ihrem weiten Transport ins Innere waren deshalb der Transportkosten wegen die kleineren die wertvolleren, von denen mehr von einem Manne getragen werden konnten. Die Zanzibar-Art ließ sich außerdem in beliebigen Mengen beschaffen, da sie massenhaft auf den Bänken des Mafia-Kanals gefunden wurde, während die von den Malediven sich nur in geringen Quantitäten besorgen ließ. So kam es, daß die erwähnte Firma und bald auch Wllm. O' Swald & Co. und andere Jahre lang große Mengen von diesen Schnecken in Zanzibar aufkauften, um sie nach Westafrika zu bringen, wo man dafür früher spanische Gold-Doublonen, die durch den Sklavenhandel dorthin gekommen waren,und nach der Unterdrückung des Menschen-Handels Palmöl eintauschte, das nach London oder Hamburg gebracht wurde. Da bald die heidnischen Banyanen in Zanzibar aus religiösen Bedenken die tierischen Schnecken nicht mehr handeln wollten, warfen sich die mohammedanischen Indier (nach der Angabe von Burton) auf dies Geschäft. Die Schnecken wurden auf den Faktoreien der Europäer aufgekauft, gewaschen, die »toten« d. h. kalzinierten Exemplare ausgesucht, und dann wurden die guten auf den flachen Dächern der Häuser getrocknet, wobei oft ein abscheulicher Geruch entstand. Die schlechten Stücke benützte man zum