Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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C. Verschiedene tierische Produkte.

1. Apis mellifica L. (var. Adansonii Latr.).

Die Honigbiene hat jedenfalls schon in der allerältesten Zeit die Aufmerk­samkeit aller Naturvölker erregt, sie konnte ihnen den einzigen natürlichen und leicht erhältlichen Süßstoff liefern. Die ältesten Völker, die ihre Nahrung nicht durch Ackerbau, sondern nur durch das Einsammeln von fertig in der Natur vorhandenen Produkten erwarben, müssen schon den Honig aus Baumhöhlen genommen haben, worin die Tiere auch heute noch in den ostafrikanischen Steppen gerne nisten, dabei viel die Baobab-Bäume bevorzugend. Und schon in sehr früher Zeit wird man begonnen haben, ihnen ähnliche Wohnungen be­reit zu stellen, indem man ausgehöhlte Stammstücke in den Bäumen befestigte. Es ist das so nahe liegend, daß zu dieser primitivsten Tierdomestikation nur ein sehr niedriger Kulturzustand erforderlich ist. Es ist nicht anzunehmen, daß die afrikanische Biene, die von der europäischen in der Farbe ein klein wenig abweicht (der Anfang vom Hinterleib ist rotgelb und schwarz), nach Ostafrika von fern her eingeführt wurde, es ist vielmehr sehr wahrscheinlich, daß sie im Lande einheimisch ist. So wird es zu erklären sein, daß bei den meisten Bantu die Bezeichnung für die Biene die gleiche zu sein scheint. Die Küstenleute bei uns nennen sie nyuki, die Waregga westlich des Albert-Sees njuki, die Ngwila iizuki, die Wataturu uduk, die Warangi nyuki, und vielleicht ist auch die Be­nennung nöbi der Tigriner in Abessinien (Amhari neb) auf dieselbe Wurzel zu­rückzuführen. Dagegen sagen die Massei oletero, die Saho südöstlich von Massaua kahatta, die Borana Galla knesa, die nördlichen Galla kanisa, die Somali shinui. Bei den Arabern heißt die Biene nahii, im Hindustani shad-ki-mckhi, bei den Tamilen tarn, auf Hebräisch deburah.

Der Honig wird von den Waregga buki, den Ngwila uki, den Warangi und Waluguru oki oder nyuki, von den Swahili asali-ya-nyuki (nach dem arabischen Wort für Syrup-Honig assal), auf Amhari mar, Somali malab, Galla dama genannt.

Das Wachs heißt bei den Swahili nta, den Arabern sliuma, im Sanskrit siktha , bei den Persern mom, im Hindustani morn, pcela-mom, bei den Malayen lilin, den Tamilen ten-mashacu, auf Amhari sam (Fett!), Somali, subak, Galla gaga.