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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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fortwährend pusten und niesen. In Bukoba sah ich 1892 eine sehr verderbliche Krankheit unter dem Kleinvieh, besonders unter den Ziegen, bei der Geschwüre in der Haut auftraten, die dadurch durchlöchert und wertlos wurde.

Mit dem Namen mbusi wird noch der »bockartige« Schabeapparat be­zeichnet, auf dem man sitzt und an dessen eisernem gezähnten Kopf die Kokos­nuß geraspelt wird. Es ist gewiß eigenartig, daß man ein Sitzinstrument bei uns »Bock« auf Swahili «Ziege« nennt.

Equus asinus L.

(Siehe Verbreitungskarte.)

Der Esel ist eins der wenigen Tiere, die mit großer Wahrscheinlichkeit in Afrika ihre Urheimat haben. Wenigstens wird allgemein angenommen, daß der ostafrikanische Wildesel, Equus somaHeus Noack,*) der im Somalilande (Ogaden) heute noch wild lebt, der Stammvater dieses Hausesels gewesen ist, ja von ihm sich heute noch kaum unterscheidet, und daß seine Domestizierung wahrscheinlich von den Hamito-Semiten in sehr alter Zeit vorgenommen wurde, vielleicht in Oberägyten. So wenigstens nimmt Keller an, während Hahn der Meinung ist, daß zuerst Westasien den Esel als ältestes Tragetier domesti­zierte, und daß er dort vor dem Pferd und Dromedar bekannt war. (Wohl der asiatische, nicht der afrikanische Esel.) Einer Angabe bei Keller zufolge soll ein Esel schon auf der aus vorpharaonischer Zeit stammenden Negadah- Tafel abgebildet sein, während Hahn angibt, daß er in Ägypten nur bis in die 6. Dynastie zurückreichte. Jedenfalls gelangte der Esel sehr früh nach Westasien, er war in Palästina zur Patriarchenzeit bekannt, er war damals wie noch heute im Orient das Transporttier des täglichen Lebens, wie Hahn sagt. Von Syrien über Kleinasien und die Balkaninsel werden wahrscheinlich die Griechen den Esel, ojios, erhalten haben, vielleicht später als das Maultier, da dieses bei Homer oft als Haustier genannt wird, der Esel aber nur ganz selten.

Der afrikanische Wildesel ist langohrig und hat den Rücken entlang sowie quer über die Schultern eine dunkle Binde, ebenso sind die Beine verwaschen zebraartig gebändert. Der Umstand, daß bei unserm ostafrikanischen zahmen Esel diese Zeichnung sich wiederholt, allerdings die Querbänderung der Beine nur selten, zeigt, daß die bei uns ziemlich viel gehaltenen Esel vom afrikanischen Somali-Wildesel abstammen. Besonders im Norden des Massailandes und bei den Somali soll man Exemplare mit den gestreiften Beinen sehen, ich beobachtete solche in Utaturu.

Nach der Ansicht der Zoologen stammt dagegen der sogenannte Maskat-

*) Außerdem kommen noch der nahe verwandte E. taeniopus Heu gl. vom Hawasch- Becken bei Harrar und der h. africanus von Erythraea als Stammväter der zahmen, grauen Esel in Frage. Wahrscheinlich haben alle diese sehr nahe verwandten Arten an seiner Bildung teilgenommen.